Um 5: DAX auf der Suche nach Impulsen – Keine Kraft für den Befreiungsschlag

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Auch den dritten Tag nach dem Überwinden der 200-Tage-Linie bleibt die befreiende Rally am deutschen Aktienmarkt aus. Der DAX sucht nach neuen Impulsen. Viel Vorfreude auf zusätzliche EZB-Liquidität ist bereits eingepreist, nun wollen die Marktteilnehmer auch Beweise dafür sehen oder hören, um am 3. Dezember nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, falls die EZB das Volumen ihrer Anleihekäufe dann doch nicht ausweitet.

Die aktuelle Terrorgefahr wirkt zwar dämpfend, löst aber keine Verkäufe aus. Die fortgesetzten Verluste bei den Rohstoffen wiederum weisen auf die Gefahr einer sich weiter abschwächenden Konjunkturdynamik in den Schwellenländern hin. Die sich besser als erwartet entwickelnden Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone wurden da sehr dankbar aufgenommen, da sie die Hoffnung schüren, dass Euroland sich hier einigermaßen resistent zeigen kann. Für Enttäuschung sorgte allerdings der Markit-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes aus den USA, der auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren fiel.

Aber auch eine gewisse Vorsicht vor dem heute angesetzten Fed Board Meeting war zu erkennen. Zwar wird nicht wirklich mit einer Überraschung gerechnet, schließlich geht die US-Notenbank sehr behutsam mit den Märkten um, aber man kann ja nie wissen.

Richtig spannend wird es dann morgen, wenn der Ifo-Geschäftsklimaindex, die zweite Lesung des US-Q3-BIP und das Conference Board US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht werden. Potenzielle Impulse für oder gegen Konjunktursorgen, aber auch Nahrung für Spekulationen über die weitere US-Geldpolitik stehen dann auf dem Speiseplan der Börsianer.

Aus charttechnischer Sicht lässt der DAX weiter die Dynamik nach dem Anstieg über die 200-Tage-Linie und der Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch vermissen. Ein Tagesschluss über dem Vorwochenhoch gäbe hier ein klareres Signal. Die zwei kleineren Kerzenkörper (Shooting Stars) vom Donnerstag und Freitag halten weiterhin das Risiko einer Evening Star Formation im Raum. Als Bestätigung dieser wäre allerdings eine kräftige bärische Kerze notwendig.

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Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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