Im Fokus Fielmann: Wachstumsaussichten bereits eingepreist?

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Bildquelle: Pressefoto Fielmann AG

Im dritten Quartal 2015 blieb Fielmann (WKN 577220) auf Erfolgskurs. Anleger dankten es dem Unternehmen, indem sie der Fielmann-Aktie zu weiteren Kurszuwächsen verhalfen. Es bleibt jedoch die Frage, ob die jüngsten Geschäftszahlen und die weiteren Wachstumsaussichten nicht längst eingepreist sind und das Kurspotenzial damit möglicherweise ausgeschöpft sein könnte.

Laut Fielmann-Aussagen kennen 90 Prozent aller Bundesbürger die Optikerkette. Kein Wunder, schließlich tragen 23 Millionen Menschen eine Brille des Marktführers. In Deutschland verkauft das MDAX-Unternehmen jede zweite Brille. Wie in so vielen anderen Branchen hätte man annehmen können, dass die Online-Händler das Geschäft übernehmen und Fielmann verdrängen würden. Allerdings kommen Fielmann und anderen stationären Brillenanbietern die Eigenheiten der Branche zugute. Speziell beim Brillenkauf sind den Kunden der persönliche Kontakt und die Beratung wichtig. Schließlich ist das Thema Sehkraft sehr sensibel. Außerdem punktete Fielmann bereits frühzeitig mit einigen in der Branche lange Zeit nicht gekannten kundenorientierten Leistungen. Dazu zählen die Drei-Jahres-Garantie, die Geld-zurück-Garantie oder die Zufriedenheitsgarantie.

Die Erfolgsgeschichte setzte sich zuletzt fort. Laut Unternehmensangaben vom 5. November konnten die Hamburger in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres Absatz, Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Zwischen Januar und September stieg der Absatz um 2,5 Prozent auf 5,77 Millionen Brillen. Dabei wurde das Wachstumstempo im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr sogar leicht nach oben geschraubt. Der Konzernumsatz kletterte in den ersten neun Monaten um 5,9 Prozent auf 986,7 Mio. Euro. Auf der Ergebnisseite wurden sogar etwas deutlichere Zuwächse verzeichnet. Der Vorsteuergewinn lag bei 193,4 Mio. Euro (+8,6 Prozent). Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 136,5 Mio. Euro (+6,4 Prozent) übrig.

Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten zeigte sich das Managements in Bezug auf die Jahresziele weiterhin optimistisch. Demnach sollen Absatz, Umsatz und Gewinn in 2015 im Vorjahresvergleich gesteigert werden. Während die Marktposition ausgebaut werden soll, will man dem anhaltenden Wachstumskurs mit der Schaffung von 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen Rechnung tragen.

Alles in allem konnte Fielmann ein weiteres Mal gute Geschäftsergebnisse abliefern. Außerdem gelang es dem Unternehmen mit positiven Wachstumsaussichten aufzuwarten. In den vergangenen Jahren konnte die Fielmann-Aktie jedoch eine beeindruckende Kursrallye hinlegen und neue Rekordstände erklimmen. Damit ist aber auch die Fallhöhe für neue Investoren wesentlich größer geworden. Ferner gehören die Fielmann-Papiere, gemessen am geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) zu den teuersten Aktien im Nebenwerteindex MDAX, so dass sich insbesondere Schnäppchenjäger die Sache mit einem Investment überlegen könnten.

Quelle: Guidants
Quelle: Guidants

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Fielmann-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT7962) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,24, die Knock-Out-Schwelle bei 47,25 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN XM1YG7), aktueller Hebel 3,75; Knock-Out-Schwelle bei 77,65 Euro) auf fallende Kurse der Fielmann-Aktie setzen.

Stand: 19.11.2015/ Ein Gastkommentar von Nicolai Tietze, Direktor db x-markets

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Bildquelle: Pressefoto Fielmann AG


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