Um 5: DAX zwischen Terrorangst und Zinswende-Spekulationen – Sitzungsprotokolle am Abend

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Heute bestimmten zwei große Themen das Geschehen am deutschen Aktienmarkt: Die wieder steigende Nervosität nach dem Terroralarm gestern Abend in Hannover und den Bombendrohungen gegen zwei Air-France-Flugzeuge und die Spekulationen rund um die bevorstehende Zinswende in den USA.

Als Mitglieder der US-Notenbank sich dahingehend äußerten, dass die US-Wirtschaft eine Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte verkraften könne und der Arbeitsmarkt die Bedingungen dafür aufweise, zog der Deutsche Aktienindex wieder an und schloss nicht nur sein Gap zum Vortagesschluss, sondern rückte auch bis auf wenige Punkte an die 11.000er Marke heran. Auch in den USA zeigten sich die Anleger keineswegs verschreckt von den restriktiven Tönen.

Die Meldung, dass Schweden sein Terror-Gefahr-Level von 3 auf 4 auf einer Skala bis 5 erhöht, schickte den DAX allerdings wieder zurück in den negativen Bereich. Zwar will der Markt, was das Thema Terrorangst angeht, schnell zur Tagesordnung übergehen, aber ein gewisses mulmiges Gefühl bleibt bei den Anlegern verständlicherweise zurück. Das bremst die Kauflust auf Aktien.

Konjunkturdaten aus dem Euroraum waren heute rar, aus den USA enttäuschten allerdings die Neubaubeginne im Oktober mit einem stärker als erwarteten Rückgang auf Monatssicht um elf Prozent. Ohnehin wollen die Marktteilnehmer sich nicht zu stark positionieren, bevor heute Abend die Sitzungsprotokolle der letzten Offenmarktausschuss-Sitzung veröffentlicht werden. Kommt die Zinswende im Dezember, ja oder nein, das ist und bleibt die entscheidende Frage auch für den Rest des Börsenjahres. Denn die Zuversicht der Fed gegenüber der eigenen Wirtschaft ist das eine, die negativen Folgen, die von einer Zinserhöhung ausgehen, das andere.

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Aus charttechnischer Sicht könnte der DAX ein Doppeltop bestätigen, sollte der Kurs wieder unter die 200-Stunden-Linie um 10.860 Punkte fallen. Dann würde einem Fall in Richtung 10.780 Punkte der Weg geebnet. Gelingt aber der Ausbruch über 11.000, stellt die 11.057 ein potenzielles Anlaufziel der Bullen dar. Darüber rückt dann der 200-Tages-Durchschnitt um 11.070 Punkte in den Fokus.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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