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Um 10: Terror findet Weg zurück an die Börse – DAX startet schwächer

Mit der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover und der Umleitung zweier Air France-Maschinen in den USA aufgrund einer Bombendrohung findet der Terror den Weg so schnell zurück an die Märkte, wie er kurz nach den Anschlägen von Paris aus den Köpfen der Anleger verschwand. Dies drückt sich heute nicht in massiven Verkäufen und daraus resultierenden Kursverlusten aus, auch ist keine Flucht in sichere Häfen zu beobachten. Aber Vorsicht und Zurückhaltung nehmen wieder zu. Man soll den Teufel nicht an die Wand malen, aber man stelle sich nur den Effekt auf das öffentliche Sicherheitsempfinden und die Kauflust der Investoren vor, sollte im wuseligen Weihnachtsgeschäft im Herzen Europas etwas passieren. Vor diesem Hintergrund muss der Deutsche Aktienindex heute einmal mehr seinen Angriff auf die Marke von 11.000 Punkten abbrechen.

Aber auch technisch sind die Börsen noch nicht wieder zurück im Rally-Modus. Die Erholung der US-Indizes stoppte gestern mit dem gescheiterten Versuch, die 200-Tage-Linie im Dow Jones zurückzuerobern. Im DAX bleibt es dabei: Erst wenn die 11.000-Punkte-Marke und vor allem die 200-Tage-Linie um 11.070 zurückerobert werden können, kann die Jahresendrally bestätigt werden.

Belastend wirken auch die potenziellen negativen Impulse einer Zinswende in den USA: Für die bereits in dieser Quartalssaison unter dem starken Dollar leidenden US-Unternehmen dürfte es jetzt nicht leichter werden, ihre Gewinne zu erhöhen. Die Rohstoffpreise könnten mit einem stärkeren Dollar noch weiter fallen, wodurch gerade die Schwellenländer stärker unter Druck gerieten. Mit den heute anstehenden Sitzungsprotokollen der letzten US-Offenmarktausschuss-Sitzung könnten die Markterwartungen an eine baldige Zinswende noch gestärkt werden.

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Im Intraday-Chart des DAX zeigt sich aktuell ein Rückfall des Kurses unter die gestern nach oben überwundene Trendlinie vom 06. November. Sollte der Kurs heute wieder unter die 200-Stunden-Linie fallen, könnte dies ein kurzfristiges Schulter-Kopf-Schulter-Top mit einem möglichen Rücklauf in die Region um 10.780 Punkte bedeuten. Bei einem Ausbruch über 11.000 Punkte rücken sofort die 11.057 und die 200-Tage-Linie um 11.070 in greifbare Nähe.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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