Um 5: DAX trotzt dem Terror in Paris – Dennoch keine Entwarnung

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Einerseits eine menschliche Tragödie und deshalb bitter, andererseits senden gerade die Börsen in dieser Situation ein positives Signal aus: Es zeigt sich ein weiteres Mal, dass politische Börsen kurze Beine haben, und speziell in diesem Fall sich die Aktienmärke nicht nachhaltig von den Attentaten erschüttern lassen.

Nichtsdestotrotz, Entwarnung für die weitere Entwicklung beim Deutschen Aktienindex und der Wall Street kann auch nach diesem Handelstag noch nicht gegeben werden. Denn bereits Mitte vergangener Woche begannen die Weltbörsen wieder zu kippen, die US-Indizes fielen wieder unter ihre 200-Tage-Linien zurück und der DAX markierte ein Drei-Wochen-Tief.

Die Belastungen kommen aus der Geldpolitik und dabei sind die Faktoren eng miteinander verzahnt: Eine mögliche US-Zinswende, die die Frage aufwirft, ob nicht nur die US-Konjunktur (heute hat der Empire State Index erneut die Prognosen stark verfehlt) sondern auch die globale Wirtschaft schon bereit dafür sind. Mit dem an den Dollar gekoppelten Yuan könnte die chinesische Regierung nach dem Entscheid über ihren Status als mögliche Reservewährung Ende des Monats diese abwerten. Und die EZB könnte ihr Pulver trocken halten, sprich die Ausweitung ihrer Stimuli bereits im Dezember überdenken, wenn der Kurs des Euro dank einer restriktiveren Fed ohnehin gedrückt wird. Ein heute etwas stärker als erwarteter Anstieg der Verbraucherpreise in der Eurozone wirkt da ebenfalls dämpfend.

Wichtige neue Impulse dürften morgen mit den US-Inflations- und Industrieproduktionszahlen in den Markt kommen. Je mehr wir uns dem Fed-Sitzungstermin nähern, desto stärker dürften die jüngsten Konjunkturdatensätze gewichtet werden.

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Aus charttechnischer Sicht weckt die heutige Reversal-Kerze im DAX die Hoffnung auf eine Erholung wieder zurück in den Bereich von 10.845 Punkten. Allerdings wird abzuwarten bleiben, ob dies lediglich eine Finte ist, denn im Wochenchart wirkt die bärische Engulfing-Kerze von letzter Woche warnend. Auf der Unterseite bleibt damit das Risiko eines Tests der 10.500-Punkte-Marke bestehen.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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