Um 10: DAX startet nach Terroranschlägen im Minus – Geldpolitik bleibt im Fokus

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die furchtbaren Anschläge in Paris am Freitagabend hinterlassen auch an den Börsen zum Start in die neue Handelswoche ihre Spuren. Insbesondere Aktien von Fluggesellschaften und Unternehmen aus der Tourismusbranche stehen unter Druck. Der Deutsche Aktienindex startete auch mit Verlusten, kann diese aber in der ersten Handelsstunde fast vollständig wieder aufholen.

Einerseits besteht zwar nun die Gefahr, dass die Terroranschläge den Katalysator für viele negative Entwicklungen in Europa und der Welt liefern. So steigt das Risiko eines weiteren Rechtsrucks in Europa und in Zukunft wieder dichteren Grenzen. Andererseits aber dürfte der Einfluss an den Börsen begrenzt bleiben. Denn hier dominieren weiterhin die geldpolitischen Spekulationen, die von einer angesetzten Rede von Mario Draghi am späten Vormittag neue Nahrung erhalten könnten oder eben auch nicht. Wie sehr die Ohren der Investoren an den Lippen der Notenbanker kleben, hat man bereits in der vergangenen Woche bei einigen Reden dieser Art beobachten können. Bis eine Entscheidung der EZB Anfang Dezember ansteht, werden die Börsen weiter im Takt der Notenbank-Rhetorik tanzen.

Auch schon vor den schrecklichen Attentaten im Herzen Europas begannen die Kurse der weltweiten Börsen bereits wieder zu kippen. Dow Jones und S&P 500 fielen wieder unter ihre 200-Tage-Linien, EuroStoxx und DAX fielen auf neue 2-Wochen-Tiefs. Die fortgesetzten Abgaben an den Rohstoffmärkten liefern ein Warnsignal für die globale Konjunkturentwicklung, während die US-Notenbank gewillt scheint, ihre Geldpolitik zu straffen. Die Unsicherheit der Investoren darüber, ob die Welt und die US-Konjunktur schon jetzt bereit für einen solchen Schritt sind, wird die Aktienmärkte weiter in Schach halten. Ob die USA bereits im Dezember die Zinsen anheben werden, darüber könnten der heute veröffentlichte Empire State Index und morgen insbesondere die US-Inflations- und –Industrieproduktionszahlen weitere Hinweise liefern.

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Aus charttechnischer Sicht sehen wir im Wochenchart des DAX nun eine bärische Kerze, die die Vorwochenkerze umschließt und damit das Chartbild erheblich eintrübt. Das Tief der beiden Vorwochen um 10.700 Punkte wirkt nun als potenzieller Widerstand. Solange die Rückeroberung nicht gelingt, könnten die Bären versucht sein, die 10.500-Punkte-Marke anzusteuern.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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