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Gut Ding braucht Weile

Anlageentscheidungen können eine Herkulesaufgabe sein. Die Finanzmaterie ist oft dröge und sperrig. Nicht unbedingt ein Vergnügen. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren immer neue Länder, Themen, Regionen und Branchen den Anlegern in Form von Produkten zugänglich gemacht wurden. Das eröffnet Chancen, birgt mitunter aber auch Risiken, sich im wachsenden Irrgarten an Themenanlagen nicht mehr zurechtzufinden. Darüber hinaus ist nicht jeder Hype ein nachhaltiger, renditebringender Trend. Was tun an dieser Stelle?

Wenn es um die eigene Altersvorsorge geht, kommt dem Faktor Zeit eine herausgehobene Stellung zu. Es ist nicht ratsam, eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen ad hoc zu treffen und dies dann mitunter später bereuen zu müssen. Qualifizierte Berater, die ihre Kunden langfristig an sich binden möchten, sollten das richtig einschätzen und sowohl Chancen als auch Risiken eines Investments darlegen. Zeit ist zwar Geld, aber überhastete Aktionen können ins Leere laufen. Ein Kunde, der sich falsch beraten fühlt, ist schnell weg.

Auf der anderen Seite müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass die Erde nicht stillsteht. Das trifft insbesondere auf die Finanzindustrie zu. Die weltweiten Finanzströme haben gewaltige Ausmaße angenommen und sind für Laien fast nicht mehr zu begreifen. Die zunehmende Interdependenz und fortschreitende Globalisierung bedingen, dass man beispielsweise im Westen bangt und zittert, wenn es in Asien bergab geht. Nur an der Seitenlinie zu stehen und das Geschehen abwartend zu verfolgen, erleichtert nicht die eigene Entscheidungsfindung. Irgendwann muss man Farbe bekennen und die Investition tätigen oder eben nicht. Den ultimativ richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen ist fast unmöglich. Wichtig ist, überhaupt etwas zu tun. Das führt uns wieder zum Timing.

In der aktuellen Trend-Umfrage des DDV ging es um die Frage, wie lange Zertifikate-Anleger bis zum Fällen ihrer Anlageentscheidung benötigen. 60 Prozent der insgesamt 4.563 Befragten gaben an, sich innerhalb von maximal 48 Stunden zu entschließen. 15 Prozent setzen sich für die Entscheidungsfindung einen Zeitkorridor von 3-5 Tagen. Ein Viertel nimmt sich hierzu sogar länger als eine Woche Zeit.

Eine gute Beratungsdienstleistung braucht Zeit, gleichwohl hängt sie natürlich vom jeweiligen Kenntnisstand („Stichwort Finanzbildung“) ab. In der Ruhe liegt die Kraft und dieser sollte man, gerade wenn es um die eigene Altersvorsorgeplanung geht, eine besondere Bedeutung beimessen.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Bildquelle: dieboersenblogger.de / DDV


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