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Um 10: DAX testet Unterstützung – Tag der Konjunkturdaten

Keine guten Vorzeichen für die Börse heute am Freitag, den 13. Mit schwachen Vorgaben aus den USA und Asien droht dieses Datum seinem Ruf als schlechtes Omen diesmal gerecht zu werden. Kurz nach Handelsstart testet der Deutsche Aktienindex auch gleich einmal das Vorwochentief um 10.725 Punkte. Sollte diese Marke fallen, könnte zunächst die 10.680 Punkte als potenziell letzte Bastion vor einem Rücklauf auf 10.500 Zähler angesteuert werden. Nach mehrmaligem Scheitern an der Marke von 11.000 Punkten und nachlassendem Mut der Anleger zu weiteren Engagements ist ein schwächerer Wochenabschluss beim DAX sehr wahrscheinlich. Was nicht weiter steigen kann oder will, muss dann eben erst einmal fallen.

Potenzielle Impulsträger in beide Richtungen wären heute allerdings vorhanden: Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal in der Eurozone, die Einzelhandelsumsätze der USA sowie deren Konsumentenstimmung. Positive Konjunkturdaten aus der Eurozone könnten dabei die Sorgen des Einflusses der Schwellenländer-Schwäche auf die Eurozone dämpfen, andererseits dem Euro weiteren Auftrieb geben. Aus den USA dürften wiederum gute Einzelhandelsumsätze die Markterwartung an eine Zinswende im Dezember noch verstärken.

Schon der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Geldpolitik, wobei ein Mario Draghi lediglich bereits Gesagtes wiederholte und eine sich zur US-Zinswende ausschweigenden Janet Yellen dem Euro wieder Auftrieb gab. Allzu einseitig war die Wette auf die divergierende Geldpolitik zwischen Europa und den USA, wobei eine Ausweitung der QE-Stimuli von Seiten der EZB noch keine ausgemachte Sache ist. Die Börsen quittierten das Ergebnis der Redeschlacht mit fallenden Kursen, wobei auch die globalen Konjunktursorgen angesichts einer mauen Kreditnachfrage in China und immer weiter fallenden Rohstoffpreisen eine Rolle spielen dürften.

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Aus charttechnischer Sicht konnten die Bullen gestern die 10.725-Punkte-Marke noch verteidigen. Damit bleibt jederzeit ein erneuter Run auf die 11.000 Punkte möglich. Allerdings scheint sich aus Tageschart-Sicht langsam ein Rounded Top zu bilden, was ein weiteres Warnsignal liefert, dass es noch einmal zu einem Rücksetzer in Richtung der 10.500 kommen kann. Sollte die 10.725 fallen, stellt die 10.680 die letzte Bastion vor der 10.500 dar.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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