Um 5: Der DAX und die schwierige Hürde – EZB-Hansson als Spielverderber

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die hohen Erwartungen an die Rede des EZB-Präsidenten Draghi in London trugen den Deutschen Aktienindex heute in der Spitze bis auf wenige Punkte an die 11.000 Punkte heran. Allerdings wurden die Hoffnungen auf Äußerungen in Richtung Ausweitung des Anleihekaufprogramms im Dezember nicht erfüllt. Der DAX scheitert damit erneut an der runden Zahl. Je mehr die geldpolitische Fantasie für die Eurozone verpufft, umso schwieriger wird es für den deutschen Leitindex, diese mit jedem Fehlversuch immer höher werdende Hürde zu überwinden.

Nicht ein Wort verlor Mario Draghi über die Geldpolitik. Dafür allerdings wurde das EZB-Ratsmitglied Hansson zum Spielverderber mit seiner Aussage, dass es aktuell noch keine Notwendigkeit gäbe, den Einlagensatz zu senken. Zuletzt soll ja aus dem Umfeld der EZB bereits geäußert worden sein, dass die Senkung des Banken-Einlagesatzes die am wenigsten umstrittene geldpolitische Maßnahme darstelle. Noch auf der letzten EZB-Sitzung klang das alles ganz anders und die Aussicht auf eine Ausweitung der Stimuli-Maßnahmen hatte die Oktober-Rally angefeuert.

Es wird nun aber immer wahrscheinlicher, dass sich die EZB zunächst auf den Kursverlusten des Euro ausruht, da die Fed mit ihrem restriktiveren Auftreten den Dollar bereits genügend gegen den Euro stärkt. Bei den Anlegern kommt dies überhaupt nicht gut an, wie man an der Reaktion des DAX auf die heutigen Aussagen beobachten konnte. Der Euro hingegen legte entsprechend der Anpassung an die gedämpfte Rhetorik der EZB wieder zu.

Aus charttechnischer Sicht sehen wir ein erneutes Scheitern des DAX an der 11.000-Punkte-Marke. Der Ausbruch ist allerdings notwendig, um endlich die 200-Tage-Linie um 11.070 Zähler ansteuern zu können. Auf der Unterseite rückt die 200-Stunden-Linie in den Fokus, da ein Bruch dieser Marke den Test der 10.680 ermöglichen würde.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria beiCMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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