Gute Gründe für den eigenen Vermögensaufbau

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Haben Sie mitgefeiert? Am 30. Oktober hat der Weltspartag seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der Weltspartag war sicherlich eine ungewöhnlich erfolgreiche Marketing-Maßnahme der Banken und Sparkassen, um neue, junge Kunden zu gewinnen. Und dies gelang prächtig: Viele Kinder – angelockt durch kleine Geschenke, brachten an diesem Tag ihr Sparschwein zur Bank und lernten dann, dass sich das Geld dort nicht nur durch die eigenen Einzahlungen, sondern auch durch Zinsen vermehrt. Es lag sicher nicht nur am Weltspartag, dass die Deutschen ein Volk von besonders fleißigen Sparern wurden. Insgesamt rund 2 Bio. Euro wurden auf Sparbüchern, Girokonten und Tagesgeldkonten angesammelt.

Doch diese Erfolgsgeschichte scheint jetzt ins Wanken zu geraten. Die Deutschen legen immer weniger fürs Alter zurück. 40 Prozent der Deutschen gehören laut einer aktuellen Umfrage sogar zu den absoluten Vorsorge-Verweigerern. Und fast ein Viertel der Deutschen spart nach einer Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) inzwischen überhaupt nicht mehr. Kein Wunder: So richtig Spaß macht das Sparen bei Zinsen um null Prozent derzeit auch nicht. Und wer mit regelmäßigen Zinseinnahmen als Zusatzeinnahme fürs Alter geplant hat, der hat aufgrund der extremen geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank auf Sand gebaut. Zinsen um null Prozent bedeuten natürlich auch, dass die Geldvermögen eben keine regelmäßigen Zahlungen mehr abwerfen. Die durch die Nullzinspolitik den Sparern entzogenen Zinseinnahmen sind gigantisch. Im Jahr 1975 lag der Zinssatz für Spareinlagen im Durchschnitt bei etwa 4,4 Prozent. Bei rund 2 Bio. Euro würden bei diesem Zinssatz jährliche Zinserträge von 88 Mrd. Euro an die Sparer fließen. Auch bei dem durchschnittlichen Sparzins des Jahres 2008 von 2,8 Prozent würden sich jährliche Zinsen zu 56 Mrd. Euro auftürmen, während derzeit keine oder kaum noch Zinserträge abfallen.

Doch bisher haben die Deutschen noch keine Umkehr in ihrer Anlagepolitik vollzogen. Bei einer Umfrage der Bundesbank gaben über drei Viertel der Befragten an, dass sie trotz der Niedrigzinsen ihr Sparverhalten nicht verändert hätten. Nur 7 Prozent von ihnen legen ihr Geld anders an als zuvor. Etwa 40 Prozent des Geldvermögens fließen laut Bundesbank in Bargeld und Spareinlagen. An langfristig rentablere Anlagen wie Aktien hingegen trauen sich die Deutschen weiterhin nicht so recht heran. Laut Bundesbank investieren die Deutschen anteilig nur halb so viel in Aktien wie die Sparer in anderen europäischen Ländern.

Die Deutschen sind vielleicht vorsichtig, konservativ und bei der Geldanlage eher risikoscheu, doch sie sind sicherlich nicht blöd. Sollten die Zinsen weiterhin niedrig bleiben, wovon wir ausgehen, wird es verstärkt zu Umschichtungen von Spargeldern in die Aktienanlage kommen. Schon kleine Verschiebungen zu Gunsten der Dividendenpapiere könnten den Startschuss zu einem neuen Aufschwung geben. Es ist vor diesem Hintergrund trotz diverser Risiken durchaus möglich, dass wir in diesen zinslosen Zeiten vor einer historischen Börsenhausse stehen.

RiegerEin Beitrag von Matthias Rieger

Er ist Chefredakteur des Hanseatischen Börsendiensts.

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Bildquelle: dieboersenblogger.de / HBD


2 KOMMENTARE

  1. Sehr schöner Beitrag. Befinde mich auch gerade in einer Phase, in der meine Zinseinkünfte alles andere als befriedingend sind. Mein Depot habe ich seit 2001 nicht mehr angerührt, irgendwie fühlt man die Verbrennung noch. Obwohl sich das in Grenzen gehalten hat. In wie weit könnte man zur Zeit in Aktien investieren und welche Titel sind in Betracht zu ziehen?

  2. […] Mit den richtigen Aktien im Depot fließt nämlich nicht nur regelmäßig eine Dividende auf das Konto, sondern der Wert der Aktien steigt langfristig auch Stück für Stück. Vielleicht geht es mal einige Monate bergab, aber langfristig haben Aktien über Jahrzehnte als Assetklasse eindrucksvoll bewiesen, dass die Rendite positiv und mehr als solide ist und Wertpapiere ideal für den persönlichen Vermögensaufbau sind. […]

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