2009 – kein Jahr für Börsengänge: Auch Scan Energy sagt IPO ab

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Tja das Jahr scheint börsentechnisch so zu enden, wie es angefangen hat…sehr sehr düster. Nicht nur, dass die Jahresendrallye nicht kommt und es derzeit Tag für Tag unten geht. Nun ist auch der letzte geplante Börsengang noch abgesagt worden. Das dänische Unternehmen Scan Energy gab per Adhoc bekannt: Scan Energy sagt geplanten Börsengang ab. Als Begründung wurden die „aktuellen Entwicklungen am Kapitalmarkt“ und die „Zurückhaltung von Investoren im deutschen Markt für Börseneinführungen“ genannt. So kann man die Situation derzeit auch umschreiben.

In einer etwas später veröffentlichten Mitteilung teilte das auf den Betrieb alternativer Energieparks fokussierte Unternehmen mit:

Scan Energy wird nun andere Optionen prüfen, die dem Unternehmen die Umsetzung seiner Geschäftspläne ermöglichen.
„Wir haben ein solides Geschäftsmodell mit stetigen Cashflows aus 514 MW Produktionskapazität in mehreren europäischen Ländern. Unsere existierenden Windkraft- und Solaranlagen verfügen alle über langfristige Projektfinanzierungen“, sagte Karsten Olsen, Vorstandsvorsitzender von Scan Energy A/S. „Wir hätten unser Wachstum durch den Börsengang gerne beschleunigt, aber wir werden jetzt andere Optionen verfolgen.“

2009 – kein Jahr für Börsengänge

Zunächst hatte das Jahr ja eigentlich ganz gut begonnen. Die Finanzkrise war halb verdaut und die Kurse stiegen. Mit flatex gelang dann auch im Juni zunächst ein guter, wenn auch später Start ins IPO-Jahr. Aber kurze Zeit später sank hier der Kurs unter den Emissionspreis von 3,90 Euro. Aktuell notiert die Aktie rund 30 Prozent unter dem Ausgabepreis. War also eher ein Reinfall für den Börsengangs-Investor. Den Sommer über stiegen die Kurse sonst nämlich fleissig weiter. Da wurde auch die Absage des Bahn-Börsengangs kaum beachtet.

Auch um die Bundestagswahl herum konnte man an den Börsen gutes Geld verdienen. Eigentlich auch eine gute Zeit, um an die Börse zu gehen. Aber wie sich zeigte, war das Zeitfenster eben zu kurz. Bis im November dann endlich die IPO-Kandidaten soweit waren, drehten die Märkte schon wieder. Dennoch versucht Hochtief Anfang Dezember seine Flughafensparte Hochtief Concessions an die Börse zu bringen und scheitert – es wäre der größte IPO seit zwei Jahren gewesen. Angesichts der Dubai-Krise zog man sich mehr oder weniger beleidigt zurück. Denn es wurden auch Fehler gemacht, die das Handelsblatt sehr ausführlich dokumentiert hat. Angefangen von der großen Zahl an begleitenden Banken, über die zweiwöchtige Zeichnungsfrist bis zur fehlenden Präsenz in Frankfurt. Dass es mit diesem Vorbild Scan Energy ebenfalls eher schwer haben würde, war eigentlich schon fast klar. Aber vielleicht lernt ja der ein oder andere Börsenkandidat daraus.

Wird 2010 ein besseres Jahr für Börsengänge?

Tja die Anleger sollten das IPO-Jahr 2009 ganz schnell abhacken und auf das kommende Jahr hoffen. Denn eigentlich kann es nur besser werden. Wichtig ist wie immer das Timing. Das Zeitfenster für einen optimalen Börsengang ist eben meist sehr kurz. Über das Börsenjahr 2010 an sich zu orakeln ist eher müßig. Die Entwicklung der letzten Tage hat das mal wieder eindrucksvoll gezeigt. Sollten sich die Aktienmärkte angesichts einer verbesserten Konjunkturlage stabil erweisen, wird sich auch der ein oder andere Börsenkandidat hervor wagen.

Über Facebook und Twitter habe ich ja vor kurzem schon ausführlich berichtet. In Großbritannien wird über den Modeeinzelhändler New Look spekuliert und hierzulande wagt vielleicht Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland den Gang an die Börse. Wie man sieht, es bleibt spannend. Und vielleicht wird 2010 die Spannung mit einem erfolgreichen Börsengang belohnt. Für den Finanzplatz Deutschland wäre es ein wichtiger Schritt.


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