Um 5: DAX knickt am Nachmittag weg – Nervosität vor US-Arbeitsmarktsdaten

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Der DAX konnte heute Morgen im Kontext eines „Bad News are Good News“-Musters angesichts der Aussicht auf eine Ausweitung der EZB-Stimuli von schwachen Auftragseingängen in Deutschland und Einzelhandelsumsätzen in der Eurozone profitieren. Am Nachmittag stützten dann für eine Weile noch die US-Börsen, bevor gegen 16 Uhr ohne ausschlaggebende Nachrichten sowohl die US-Indizes als auch der DAX kräftig Federn lassen mussten. Die Nervosität des Marktes vor den morgigen US-Arbeitsmarktdaten nimmt zu. Fallen die Daten zu gut aus, hat Janet Yellen einen sehr triftigen Grund für eine Zinsanhebung im Dezember. Auf der anderen Seite würden zu schlechte Daten den US-Dollar schwächen und den Euro stärken, was den DAX wiederum belasten würde.

Zuletzt zeigte sich die US-Notenbank wieder restriktiver, was die Marktteilnehmer nun erst einmal verdauen müssen. Zwar liefert die Zuversicht der Fed gegenüber der US-Wirtschaft ein positives Signal, andererseits aber zeichnen die Wirtschaftsdaten ein anderes Bild. Hier kommen jetzt mehr und mehr Zweifel auf, ob die USA zum jetzigen Zeitpunkt schon höhere Zinsen schultern können. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob mit einer hawkischen Fed und einem damit verbundenen schwächeren Euro der Druck auf die EZB nachlässt, ihr Stimuli-Programm tatsächlich auszuweiten. Sollten die morgigen Nonfarm-Payrolls die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinswende nicht dämpfen oder eine sehr starke US-Arbeitsmarktdynamik signalisieren, könnten die Marktteilnehmer verschnupft reagieren.

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Sowohl im Dow Jones, S&P 500 und im DAX entwickelt sich im Chartbild das Risiko der Ausbildung eines bärischen Evening Stars. Das liefert ein Warnsignal hinsichtlich der morgigen Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten. Im DAX speziell rückt insbesondere die 10.680-Zähler-Marke in den Fokus. Ein Bruch dieser könnte den Weg zu weiteren Abgaben bis zunächst zur 10.500-Punkte-Zone ebnen. Auf der Oberseite gilt es endlich, die 11.000-Punkte-Marke zu überwinden. Denn je länger der DAX damit hadert, umso stärker ist die Wahrscheinlichkeit eines Rücksetzers. Gelingt der Ausbruch über 11.000, rücken die 200-Tage-Linie um 11.060 und darüber die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch um11.120 in den Fokus.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / Pressefoto Deutsche Börse


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