Um 5: DAX belastet von Volkswagen und einer nahenden US-Zinswende

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der DAX war heute ohnehin schon belastet von den Autowerten, die im Zuge der neuerlichen Probleme rund um Volkswagen Federn lassen mussten. Am Nachmittag sorgten dann leichte Abgaben bei den US-Indizes für einen erhöhten Druck auf den deutschen Leitindex. Die Kursverluste gingen interessanterweise einher mit guten US-Konjunkturdaten und einem neuen 3-Monats-Tief des Euro unter 1,09 US-Dollar. Die heute Nachmittag veröffentlichten ADP-Zahlen fielen im Rahmen der Erwartungen aus und zeigten einen moderaten Stellenaufbau im Oktober, während der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes überraschend stark auf den zweithöchsten Wert seit einem Jahrzehnt ansprang.

Dass der DAX vom schwächeren Euro und der Aussicht auf eine stabile US-Wirtschaft nicht profitieren konnte, könnte am dadurch sinkenden Handlungsdruck auf die Europäische Zentralbank liegen. Mit der nach diesen Zahlen aufrechterhaltenen Aussicht auf eine US-Zinswende noch 2015 und weiterem Aufwertungspotenzial für den US-Dollar könnten die europäischen Geldpolitiker verleitet werden, es vorerst bei ihren Worten zu belassen und der Abwertung der eigenen Währung zuzusehen. Dasselbe gilt für die Bank of Japan, die sich zuletzt ohnehin entgegen der Hoffnung einiger Investoren geduldig gezeigt hat.

Insgesamt liefert die Tatsache, dass sich der DAX weiter resistent gegenüber positiven Vorgaben zeigt und die 200-Tage-Linie noch nicht zurückerobern konnte, während die US-Indizes in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs gestiegen sind, ein Warnsignal. Das gilt auch für den Nikkei, wobei doch eigentlich in beiden Indizes die Spekulation einer weiteren Ausweitung der QE-Programme der jeweiligen Notenbanken stecken müsste.

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Aus charttechnischer Sicht droht der DAX sich nun wieder der Unterseite zuzuwenden, sollte nicht bald der Ausbruch nach oben erfolgen. Heute konnte die Zone um 10.845 weitere Kursverluste verhindern. Sollte bei einer neuerlichen Attacke der Bären aber die 10.822-Punkte-Marke fallen, gerät auf der Unterseite die 10.685 ins Visier. Auf der Oberseite bleibt die 11.000 im Fokus, die wenn überwunden, den Weg ebnen würde zum 200-Tages-Durchschnitt bei knapp 11.060 Punkten. Darüber befindet sich um 11.100 dann noch die Abwärtstrendlinie vom Allzeithoch.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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