Um 10: DAX mit positiven Vorgaben – Aber VW mit neuen Problemen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Zwar sind in den USA die Auftragseingänge an die Industrie im September weiter zurückgegangen und auch der Vormonatswert wurde nach unten korrigiert, die US-Autoverkäufe auf einem Mehrjahreshoch allerdings weckten die Hoffnung an der Börse, dass sich die US-Verbraucher wieder spendierfreudiger zeigen. Die US-Börsen kämpften sich so gestern weiter nach oben und liefern dem Deutschen Aktienindex damit positive Vorgaben.

Die Aktie von Volkswagen (WKN 766403) allerdings erweist sich heute erneut als Bremsklotz für den deutschen Aktienmarkt, nachdem nicht nur größere Dieselmotoren, sondern sogar die CO2-Werte einiger Benziner ins Rampenlicht rücken. Zudem werden Volkswagen in den USA Sicherheitsmängel vorgeworfen. Ein Trost stellen da noch die stabilen Autoverkäufe in den USA im September und Oktober dar. Jegliche Ausweitung der Affäre drückt aber auch immer gleich auf die Stimmung am Gesamtmarkt, da der potenzielle Schaden für die gesamte deutsche Autoindustrie und damit auch für die Marke „Made in Germany“ nicht gerade kleiner wird.

Die US-Indizes befinden sich nun in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs, obwohl sich die Fed zuletzt wieder restriktiver in Sachen Geldpolitik zeigte, was auch dem US-Dollar Auftrieb gibt. Heute könnte mit den Reden von zahlreichen US-Geldpolitikern, aber auch mit dem Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes und dem ADP-Arbeitsmarktbericht die Erwartungshaltung an eine baldige oder spätere Zinswende neue Nahrung erhalten.

Positive Vorgaben liefert auch Asien mit dem erfolgreichen Börsengang der japanischen Post und ihren Finanzarmen. Immerhin war dies der weltweit größte Börsengang seit Alibaba. Einen kleinen Schönheitsmakel hat die IPO-Rally allerdings: Bei einer auch mit ETFs solch stark mitmischenden Zentralbank wie der Bank of Japan stand wohl außer Zweifel, dass der Börsengang gelingen würde. In China legte zwar der Caixin–Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungsgewerbes zu, die Regierung könnte allerdings ein Wachstum von „lediglich“ 6,5 Prozent akzeptieren. Hoffentlich zerplatzen da keine Stimuli-Fantasien.

Aus charttechnischer Sicht fällt im Stundenchart des DAX die Deckungslinie vom 23. Oktober auf, die aktuell um 11.000 Zähler verläuft. Gelingt es dem DAX, über diese auszubrechen, dürfte der 200-Tage-Linie kaum noch etwas im Wege stehen. Kommt es allerdings zu einer Ausweitung des aktuellen Rebounds von dieser Widerstandslinie, dann rücken auf der Unterseite die 10.845, darunter die 10.700-Zone wieder in den Fokus.

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Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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