Um 5: DAX leidet unter neuen Vorwürfen gegen VW – US-Börsen positiv trotz schwacher Daten

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Kurz vor der Marke von 11.000 Punkten hat den Deutschen Aktienindex auch heute die Kraft für weitere Kursgewinne verlassen. Gute Vorgaben aus Übersee und positive BMW-Zahlen reichten nicht aus, um den Index bis zum Nachmittag im Plus zu halten, geschweige denn den Sprung über diese Hürde zu wagen. Am zwischenzeitlichen Schwächeanfall unter die Marke von 10.900 Punkten zeigt sich auch, dass der Erholungsrally etwas die Luft auszugehen scheint. Zumindest fehlen derzeit noch die entscheidenden positiven Impulse, um die Widerstandszone inklusive der technisch wichtigen 200-Tage-Linie in Angriff zu nehmen.

Belastend wirkten heute auch die neuen Vorwürfe gegenüber Volkswagen (WKN 766403), auch in Porsche- und Audi-Motoren eine Manipulationssoftware eingesetzt zu haben. Allerdings sollte man dem Dementi der Wolfsburger schon Glauben schenken. An dieser Stelle und zu diesem Zeitpunkt gegenüber den amerikanischen Behörden falsche Angaben zu machen, wäre geradezu töricht von Europas größtem Autobauer und ist deshalb auch nicht anzunehmen. Es besteht weiterhin die Hoffnung, dass VW gemeinsam mit den Kontrollinstanzen einen Weg aus der Affäre suchen und dieser am Ende auch gefunden wird.

Interessant war die Marktreaktion der US-Investoren auf schwächer als erwartete Auftragseingänge an die US-Industrie: Sie kauften zu. Hier zeigen sich die altbekannten Ansätze eines „Bad News are Good News“-Musters. Denn die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinswende dürfte kaum zunehmen, sollte sich die Serie schwacher US-Industriedaten fortsetzen. Problematisch aber wird es, wenn das Vertrauen in die US-Notenbank sinkt, die sich zuletzt ja weiterhin sehr zuversichtlich gegenüber der US-Wirtschaft zeigte. Noch allerdings bleibt das Momentum an der Börse positiv.

Heute Abend steht auch noch eine Rede des EZB-Präsidenten Draghi an, von der man sich an der Börse eine Bestätigung der Aussicht auf zusätzliche Stimuli im Dezember erhofft.

Aus charttechnischer Sicht fällt im Stundenchart des DAX die Deckungslinie vom 23. Oktober auf, die aktuell um 11.000 Zähler verläuft. Gelingt es dem DAX, über diese auszubrechen, dürfte der 200-Tage-Linie kaum noch etwas im Wege stehen. Kommt es allerdings zu einer Ausweitung des aktuellen Rebounds von dieser Widerstandslinie, dann rücken auf der Unterseite die 10.845, darunter die 10.700-Zone wieder in den Fokus.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de

 


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