Schlussgong: Griechenland – Die nächste Bombe droht zu explodieren

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Kaum haben sich die Aktienmärkte von der Dubai-Krise erholt, droht die nächste Bombe zu explodieren. Schon vor einer Woche hatte ich hier im Schlussgong auf diese Gefahr hingewiesen. Unklar war nur, wo die Bombe platzt. Jetzt hat es Griechenland erwischt.

Die Rating-Agentur Fitch hat Griechenland von A- auf BBB+ herabgestuft. Damit verliert zum ersten Mal seit vielen Jahren ein Euro-Land das so wichtige A-Rating. Aber wir sollten ehrlich sein: Wer hat Griechenland noch ein A-Rating abgenommen? Auch vor der offiziellen Verkündung war das Problemland kein Spitzen-Schuldner. Das Staatsdefizit liegt 2009 bei über 12%.

Keine Panik am Anleihenmarkt – Krise war bekannt

Auch am Anleihenmarkt war der negative Trend bereits zu einem großen Teil eingepreist. So haben griechische Staatsanleihen mit langen Laufzeiten heute nur rund 2% verloren. Die Rendite war vorher schon deutlich höher als bei soliden Euro-Anleihen. Jetzt ist die Rendite noch etwas höher. Damit kann der Markt leben.

Für eine griechische Staatsanleihe mit Fälligkeit 2011 bekommen Sie nicht einmal 3% Rendite. Panik-Preise sehen anders aus. Die Welt wird auch wegen dieser Rating-Geschichte nicht untergehen. Dazu war das Problem schon zu bekannt.

Aktienmärkte reagieren viel nervöser – Härtetest für den Euro befürchtet

Panik kam ansatzweise nur am hektischen Aktienmarkt auf. Wird die EU Griechenland stützen? Hält der Euro-Pakt? Diese Fragen machten die Aktien-Investoren nervös. Der griechische Leitindex verlor heute über 6%! Das ist Crash-Niveau.

Es kamen auch direkt wieder Dubai-Gerüchte auf. Das reichte, um die europäischen Aktienkurse fast 2% nach unten zu drücken. Die US-Investoren waren wie üblich etwas cooler. An der Wall Street ging es nur um rund 1% nach unten.

Länder-Probleme überdecken überraschend gute Nachrichten aus den Unternehmen

Die Schlagzeilen rund um Dubai und Griechenland überdecken in diesen Tagen einige interessante Nachrichten von strategisch wichtigen Unternehmen. Ich erwarte, dass die konjunkturelle Talfahrt gestoppt wurde, ein großes Wachstum sehe ich 2010 aber noch nicht. Jetzt tauchen aber einige Zeichen auf, die doch eine größere Dynamik andeuten.

Auf die überraschend positiven US-Arbeitsmarktzahlen bin ich hier im Schlussgong bereits eingegangen. Spannend sind aber auch die Nachrichten aus den Unternehmen. Erst vor wenigen Minuten hat Texas Instruments die Prognose nach oben geschraubt. Die Halbleiterindustrie ist oft ein guter Frühindikator.

Ein ähnliches Bild beim weltweit größten Chemieunternehmen BASF. Das 4. Quartal läuft besser als erwartet. Die Prognose für 2010 ist noch unklar, aber der Trend sieht positiv aus. Das gilt auch für Fedex, dem wichtigen amerikanischen Logistik-Dienstleister. Es wird wieder mehr transportiert.

2010 wird das Jahr der Stock-Picker

Das macht die Einschätzung der Börsenlage nicht einfacher: Auf Länderebene explodieren in Dubai und Griechenland Bomben, die strategisch wichtigen Unternehmen verbreiten dagegen leichten Optimismus und erhöhen die Prognosen. 2010 könnte ein gutes Jahr für Stock-Picker werden. Ausgewählte Einzelwerte dürften besser laufen als Index-Investments.


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