Windfall-Gewinne

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Senti_28102015-230x180Normalerweise tendieren Menschen dazu, Gewinne eher zu früh als zu spät mitzunehmen, während sie im Gegenzug Verluste zu lange laufen lassen. Deswegen zeigen sie sich bei Kursgewinnen risikoavers, und wenn sie zuvor einen Verlust ausgesessen haben, stellen sie ihr Engagement normalerweise bei Erreichen des (wahrgenommenen) Einstandspreises glatt. Genau eine solche Phase dürften viele Börsianer hierzulande durchlebt haben, als sich der DAX im Oktober von seinen Septembertiefs von unter 9.400 Zählern eindrucksvoll erholte.

Gerade als es den Anschein hatte, als würde es mit dem DAX nicht länger mehr kraftvoll aufwärts gehen, überraschte EZB-Präsident Mario Draghi am vergangenen Donnerstag die Finanzmärkte, indem er weitere geldpolitische Maßnahmen in Aussicht stellte: Der DAX schoss geradezu nach oben, und Anleger, die nach der langen Durststrecke der Monate August und September dieses Jahres endlich wieder aufatmen konnten, mussten sich wie im siebten Himmel vorgekommen sein, nachdem es plötzlich Börsengewinne zu regnen begonnen hatte.

Bei solch unerwarteten Gewinnen handelt es sich um so genannte Windfall-Profits. Und weil jene außer der Reihe entstehen, besagen die Erkenntnisse der Behavioral Finance, dass man mit ihnen anders verfährt, als man es normalerweise täte. Mit anderen Worten: Der Durchschnittsbörsianer verhält sich in solchen Fällen nicht risikoavers, sondern tendiert eher zur Risikofreude und lässt Gewinne demzufolge tatsächlich laufen…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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