Um 10: DAX tritt auf der Stelle – Leichte Gewinnmitnahmen

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Bevor morgen das Ergebnis der Offenmarktausschuss-Sitzung der US-Notenbank bekanntgegeben wird, treten die Märkte auf der Stelle. Nach der Rally in der vergangenen Woche und einem Plus von mehr als fünf Prozent beim DAX sind Gewinnmitnahmen durchaus verständlich. Denn Abwarten heißt das Motto an der Börse auch in Hinblick auf die Beratungen des chinesischen Zentralkomitees, welche bis Donnerstag laufen. Die Anleger bewegt die Frage, welches Wachstum die chinesische Regierung anpeilt und welche potenziellen Konjunkturstimuli sie plant? Daraus wird dann abgeleitet, ob China seine Wirtschaft aggressiv stimulieren will oder einen Gang raus nimmt, was für die Aktienmärkte ein negatives Signal wäre. Am Ende der Woche steht dann noch die Sitzung der Bank of Japan an und damit warten noch einige potenziell gewichtige Impulse auf die Investoren.

Heute aber stehen auch schon wichtige Konjunkturdaten im Terminkalender, die einen Hinweis über die Dynamik der Konjunktur in den USA und auch Großbritannien liefern können. Neben dem Wirtschaftswachstum auf der Insel im dritten Quartal (Veröffentlichung 10:30 Uhr) blicken die Investoren auch auf die Auftragseingänge langlebiger Gebrauchsgüter, die Konsumentenstimmung und den Richmond Fed-Konjunkturindex aus den USA am Nachmittag. Zwar geht ohnehin kaum ein Marktteilnehmer mehr davon aus, dass die Fed bereits im Oktober handelt, das Zahlenwerk allerdings dürfte wie immer für die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Zinswende im Dezember eine Rolle spielen.

Aber auch die Quartalsberichte bleiben im Fokus. Die Geschäftsberichte solcher Schwergewichte wie Amazon, Alphabet und Microsoft überzeugten zwar auf den ersten Blick, verdecken aber auch die Tatsache, dass in der übergeordneten Tendenz die US-Unternehmen unter der Dollar-Stärke leiden. Für die Spekulationen, wann die Notenbank ihre Zinsen anhebt, spielt die Entwicklung der Geschäfte eine wichtige Rolle. Es stellt sich die Frage, ob die Federal Reserve mit einer baldigen Zinswende eher den Gegenwind für die US-Unternehmen fürchtet oder aber wegen eines nun kleineren Schockeffektes für die Aktienmärkte durch die Aussicht auf zusätzliche Liquidität anderer Notenbanken die Zinswende endlich einleitet.

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Aus charttechnischer Sicht ist die Erholung im DAX ziemlich genau bis an die 50%-Strecke der Abwärtsbewegung vom Allzeithoch bis zum Jahrestief bei knapp 10.850 Zählern gelaufen. Aktuell sehen wir einen Rebound von dieser Marke, wobei die Zonen um 10.500, 10.300 und darunter 10.200 nun potenzielle Unterstützungen darstellen. Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über 10.850 Punkte, rückt die 200-Tage-Linie um aktuell 11.040 Zähler in den Fokus. Darüber stellen die 11.200 und 11.300 potenzielle Anlaufstationen dar.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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