Um 5: DAX kommt nicht vom Fleck – Geldpolitische Fantasie erhält Dämpfer

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Banken lockern ihre Zügel bei der Vergabe von Krediten an die Unternehmen und damit fließt mehr Geld in die Wirtschaft. Soweit so gut, aber diese Nachricht nimmt auch den Druck von der Europäischen Zentralbank, zum jetzigen Zeitpunkt geldpolitisch noch mehr aufs Gaspedal zu treten. Sie kann vorerst weiter abwarten und sich die nächsten Monate genauer anschauen, so die Schlussfolgerung der Anleger nach den heute veröffentlichten Daten zwei Tage vor der Sitzung des Gremiums. Damit erhalten die in den vergangenen Tagen hochgekochten Spekulationen auf eine Ausweitung des Anleihekaufprogrammes und der Deutsche Aktienindex gleichermaßen einen Dämpfer.

Zwar kann der Index am Nachmittag seine Verluste wieder aufholen, aber die nach oben gerichtete Dynamik ist erst einmal raus. Die Erholung der vergangenen zwei Wochen ist am Widerstand um 10.190/10.200 Punkte zum Stillstand gekommen. Zunächst wollen die Anleger zwar auch mit größeren Verkäufen die tatsächlichen Ergebnisse der EZB-Sitzung am Donnerstag abwarten, denn die Währungshüter waren schon immer mal für die eine oder andere Überraschung gut. Und für diesen Fall will keiner eine mögliche Jahresendrally verpassen. Genauso baut sich aber auch ein hohes Enttäuschungspotenzial auf. Mit jedem weiteren Tag steigt das Risiko, dass der nächste Trend erst einmal wieder abwärts gerichtet ist. Vor allem dann, wenn die EZB die Erwartungen der Börse nicht erfüllt, könnte sich die Enttäuschung ihren Weg wieder unter die Marke von 10.000 Punkten und in Richtung der alten Tiefs um 9.300 Punkte bahnen.

Apropos Enttäuschung: Schwache Konjunkturdaten geben sich mit negativen Meldungen aus den Unternehmen zurzeit die Klinke in die Hand. IBM verunsicherte als nächster Kandidat in der Berichtssaison mit schwachen Umsatzzahlen und einer Rücknahme ihrer Gewinnprognose und die Erzeugerpreise in Deutschland fielen mit einem Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stärker als erwartet. Letztere schürten zwar die geldpolitische Fantasie etwas, wurden aber schon zwei Stunden später von den Zahlen zur Kreditvergabe in den Schatten gestellt.

Charttechnisch bleibt es im DAX dabei. Nach oben steht die 10.190-Punkte-Marke im Fokus. Kann diese nachhaltig überwunden werden, würde der Weg in Richtung der 10.325er Zone geebnet. Verteidigen die Bären diese Marke, droht die Bildung eines Doppeltops. Auf der Unterseite stellen dann die 10.088, 10.020 und 9.960 potenzielle Unterstützungen dar. Übergeordnet gilt es, die 9.888 zu verteidigen, um keinen Rutsch in Richtung 9.750 zu riskieren.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria beiCMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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