Um 5: DAX tanzt weiter um die 10.000 – Licht und Schatten bei US-Daten

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Die positiven Vorgaben, die der Deutsche Aktienindex zum heutigen Handelsstart aus Asien und von steigenden US-Futures erhielt, hoben ihn wieder über die 10.000-Punkte-Marke. Mehr passierte dann allerdings im Tagesverlauf nicht, denn die Unsicherheit der Anleger bleibt hoch. Dominierende Faktoren bleiben die Konjunktursorgen und die geldpolitische Lockerungsfantasie. Beide erhielten heute gute Argumente, die sich am Ende wieder die Waage hielten.

Nach Wal-Mart enttäuschten heute auch die Zahlen von Goldman-Sachs. Zudem lag der Empire State Index in den USA zum ersten Mal seit 2009 den dritten Monat in Folge unter minus 10 Punkten und auch der Hilly Fed Index verfehlte die Erwartungen. Auf der anderen Seite fiel der 4-Wochen-Durchschnitt der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den tiefsten Stand seit über 40 Jahren und die Kerninflation erreichte mit 1,9 Prozent den höchsten Stand seit über einem Jahr. Das weckte auch schon wieder Spekulationen einer US-Zinswende noch in diesem Jahr.

Öl ins Feuer der Spekulationen auf eine Ausweitung der EZB-Staatsanleihekäufe goss heute unter anderem EZB-Ratsmitglied Nowotny, der davon sprach, dass zusätzliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Inflation nötig sein dürften. Sollte die US-Notenbank Fed allerdings die Zinsen anheben, würde der Druck auf die EZB nachlassen. Am Ende war man also nicht wirklich schlauer. Übrig blieb die Erkenntnis, dass sich zwar der Arbeitsmarkt in den USA weiter moderat entwickelt, die einzelnen Konjunkturindikatoren aber Warnsignale liefern.

Aus charttechnischer Sicht brach der DAX heute aus einer kleinen bullischen Flagge nach oben aus und konnte so wieder bis an das 61,8%-Retracement der Abwärtsbewegung von Montag auf Mittwoch heranlaufen. An dieser Marke flaut aktuell die Dynamik allerdings wieder ab und so wird zu beobachten bleiben, ob der Abwärtsdruck wieder zunimmt und den DAX wieder belastet. Auf der Unterseite steht die 9.960 im Fokus, die, wenn gebrochen, den Weg zunächst zur 9.888 und darunter 9.850 ebnen könnte. Auf der Oberseite bleibt die 10.190 im Rampenlicht, da ein Ausbruch über diese Marke den Weg zur 10.325 ebnen würde.

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Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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