Um 5: DAX kann die 10.000 nicht halten – Schlechte Nachrichten reißen nicht ab

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In der aktuellen Situation, in der sich Bullen und Bären, geldpolitische Stimuli-Fantasie und Konjunktursorgen sowie bullische und bärische Chartsignale einen Kampf liefern, gewinnen die Bären im Deutschen Aktienindex langsam aber sicher wieder die Oberhand. Auch wenn sich der DAX trotz schwacher chinesischer Inflationszahlen, einer enttäuschenden Eurozonen-Industrieproduktion und schwächer als erwarteten US-Einzelhandelsumsätzen heute relativ wacker schlägt, neigt sich die Erholung aus der vergangenen Woche nun ihrem Ende zu.

Die Serie schwacher Konjunkturdaten hält an, während positive Impulse ausbleiben. Zwar steigt mit jeder schlechten Zahl auch die Erwartung an eine Ausweitung des Staatsanleihekaufprogrammes in Japan und der Eurozone, aber außer Worten hat sich bei diesen Notenbanken zuletzt nichts getan, während auch die US-Geldpolitik unklar bleibt. Seitens der Federal Reserve will man die Konjunktursorgen mit einer weiteren Verschiebung nicht noch anfachen, gleichzeitig aber auch die scheinbar nachlassende Wirtschaftsdynamik nicht noch schneller abwürgen. Auch die bisher durchwachsene Quartalsberichtssaison konnte die Konjunktursorgen nicht beiseite wischen.

Aus charttechnischer Sicht kommt aktuell noch der Test wichtiger Widerstandsmarken in den US-Leitindizes hinzu, während sich beim DAX eine bärische „Evening Star“-Formation bildet, die ein Warnsignal für potenziell weitere Abgaben liefert. Zeigen die Bullen nun keine Stärke, könnten die Bären ihre Chance wittern, inmitten der Jahresendrallye-Spekulationen wieder zuzuschlagen.

Aus charttechnischer Sicht haben wir aktuell die drohende bärische Evening Star-Formation, die den DAX wieder in Richtung der 9.800er-Region drücken könnte. Potenzielle Anlaufstationen stellen die 9.850, 9.780 und 9.745-Punkte-Marken dar. Auf der Oberseite gilt es für den DAX, die 10.190 zu überwinden, um sich Luft bis zur 10.325 schaffen zu können.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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