Das war’s!

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

“Das war’s!” So lautete bereits vor einem knappen Jahr die Überschrift zu einem Börsen-Kommentar von mir. Darin bescheinigte ich dem DAX, dass er sein Jahrestief 2014 im Oktober gesehen haben dürfte und vermutlich zu einem neuen Aufschwung ansetzt.

In diesem Jahr wähle ich die gleiche Überschrift fast zur gleichen Zeit! Okay, diesmal fiel die Korrektur noch heftiger aus: minus 24 % von der Spitze im Vergleich zu minus 16% im vergangenen Jahr. Aber ansonsten ähnelt sich das Bild.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem panikartigen Ausverkauf im August zu. Das Tief vom Montag, dem 24. August, zeigte für mich schon damals wesentliche Züge eines markanten Tiefs. Ein solches Paniktief hat in der Regel längere Zeit Bestand. Bereits am Freitag davor war die Stimmung so schlecht, dass ich mich in der Telebörse zur Einschätzung hinreißen ließ: “Am Montag könnte es noch einen Ausverkauf geben, aber danach dürfte das Schlimmste fürs Erste überstanden sein.”

Das brachte mir zwar den Vorwurf eines Zuschauers ein, ich wäre “naiv”, aber als erfahrener Börsenhase lasse ich mich davon nicht beirren. Letztendlich erwies sich die Einschätzung als Volltreffer. Umso mehr, als besagtes Tief dann Ende September noch einmal erfolgreich getestet wurde.

Seit diesem Test ziehen sich die Börsenbären immer mehr zurück und geben Ihre Wetten auf weiter fallende Kurse auf. Gleichzeitig sind zunehmend Käufe der “starken Anlegerhände” zu beobachten. Aus beidem ergibt sich ein ideales Umfeld für eine substantielle Kurserholung im letzten Quartal des Jahres – in einer Jahreszeit, die saisonal ohnehin sehr günstig für steigende Kurse ist.

Sollte sich der DAX demnächst nachhaltig von der 10.000-Punkte-Marke nach oben absetzen, dürfen Sie getrost auch weiter nach oben schauen. Dann sehe ich die 12.000er-Marke zum Jahreswechsel oder zum Frühjahr 2016 wieder als erreichbar an.

Alles Weitere dann von mir, wenn es so weit ist.

Ach ja, auch das will ich nicht verschweigen: Anfang August war ich zu voreilig, als ich das Ende der Korrektur schon kommen sah Das gebe ich unumwunden zu. Besser wäre es gewesen, zwei Monate länger zu warten. Künftig werde ich also geduldiger sein und mich erst wieder aus der Deckung wagen, bis stärkere Signale vorliegen – so wie jetzt.

Das verspricht Ihr
Raimund Brichta

BrichtaEin Beitrag von Raimund Brichta.

Seit 1992 moderiert Raimund Brichta die tägliche „TELEBÖRSE“ auf n-tv, die älteste und populärste Börsensendung im deutschen Fernsehen.
Darüberhinaus ist der Diplom-Volkswirt als Sachbuchautor, sowie als freier Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig.
Raimund Brichta ist Träger des State-Street-Preises für Finanzjournalisten 2008.

Bildquelle: Raimund Brichta/dieboersenblogger.de


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