Um 10: DAX muss weiter Federn lassen – Euro über 1,14 US-Dollar belastet

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Es bleibt dabei: Während die vergangene Woche ganz im Sinne einer Erholung am deutschen Aktienmarkt stand, geht es in dieser Woche wieder abwärts. Zum heutigen Handelsstart muss sich der DAX im Kampf um die Marke von 10.000 Punkten vorerst geschlagen geben. Gelingt es dem Index nun nicht, diese Marke schnell wieder zurückzuerobern, kann man die jüngste Erholung wohl als beendet betrachten.

Der Euro erneut über 1,14 US-Dollar drückt auf die Stimmung. Mit der schwindenden Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinswende in den USA kann die Gemeinschaftswährung zuletzt wieder zulegen und belastet damit die Exportwerte. Auch nach den Äußerungen von US-Notenbank-Mitglied Brainard verstärkt sich die Tendenz weiter hin zu einer Zinswende erst im kommenden Jahr, auf Grund der Sorgen um die globale Konjunktur. Zu diesem Thema könnten die heutigen Einzelhandelsumsatzzahlen sowie der Blick in das Beige Book neue Erkenntnisse liefern. Bleiben diese Daten weiter eher mau, würden sich die Spekulationen auf eine erste Zinserhöhung in den USA mehr und mehr in Luft auflösen. Zwar stiege damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockert, um ihrerseits die Währung zu schwächen. Aber bis es soweit ist, sollte die Dollar-Schwäche und im Gegenzug die Euro-Stärke vorerst anhalten.

Als Belastung dienen an diesem Morgen nach den gestrigen chinesischen Importzahlen aber auch die schwächer als erwartet ausgefallenen Inflationszahlen aus der zweitgrößten Volkswirtschaft. Auch die US-Börsen drehten im Handelsverlauf ins Minus und liefern somit keine guten Vorgaben für den Start in Europa. Impulse erwarten sich die Anleger heute zudem von der Eurozonen-Industrieproduktion.

Aus charttechnischer Sicht haben wir aktuell die drohende bärische Evening Star-Formation, die den DAX wieder in Richtung der 9.800er-Region drücken könnte. Potenzielle Anlaufstationen stellen die 9.850, 9.780 und 9.745-Punkte-Marken dar. Auf der Oberseite gilt es für den DAX, die 10.190 zu überwinden, um sich Luft bis zur 10.325 schaffen zu können.

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Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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