Um 5: DAX berappelt sich am Nachmittag – SAP stützt, Autos drücken

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Positiv ist für heute festzuhalten, dass der Deutsche Aktienindex den Test der Marke von 10.000 Punkten zunächst einmal bestanden hat und am Nachmittag mit Hilfe der Wall Street wieder einigen Boden gutmachen konnte. Und das an einem Tag, wo bis auf den Lichtblick SAP die Börsianer nur mit negativen Nachrichten kämpfen mussten. Allen voran der Autozulieferer Leoni schockte mit einer Gewinnwarnung, büßte selbst rund 30 Prozent an Wert ein und zog auch die Autowerte im DAX mit nach unten. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als seien die Probleme bei Leoni hausgemacht, verstärkte die Nachricht wieder die Angst der Investoren vor sinkenden Unternehmensgewinnen aufgrund einer schwachen Entwicklung der Weltwirtschaft.

Dazu bei trugen auch die Außenhandelszahlen aus China, die zwar nicht ganz so schlecht ausfielen wie erwartet, aber weiter eine rückläufige wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte anzeigten. Zusätzlich belastete den DAX zum Handelsstart der Euro, der am Morgen noch über 1,14 US-Dollar notierte. Ein ZEW-Index unter den Erwartungen wurde vom Markt dann nur noch mit Schulterzucken zur Kenntnis genommen. Die Erholung im DAX folgte am Nachmittag mit Hilfe einer Wall Street, die den Weg zurück ins Plus fand und auch dank eines wieder schwächeren Euro. In den kommenden Tagen geht es nun für den DAX darum, die runde Marke von 10.000 Punkten zu verteidigen, um die Chance auf eine Stabilisierung auf diesem Niveau beizubehalten.

Momentan sind die Anleger hin- und hergerissen zwischen geldpolitischer Fantasie und anhaltend schwachen Wirtschaftsdaten. Heute nun schlug das Pendel einmal mehr in Richtung Sorgen ob der weiteren Entwicklung der Unternehmensgewinne aus. Neue Impulse aus dieser Richtung könnten heute Abend von den Quartalszahlen von Intel und J.P. Morgan kommen. Insgesamt dürfte die Berichtssaison aber eher ernüchternd ausfallen und für wenig Begeisterung bei den Investoren sorgen. Auch deshalb üben sich die Anleger momentan in Zurückhaltung und hoffen lediglich, dass der enttäuschende Start mit den Alcoa-Zahlen eine Ausnahme bleibt.

Langfristig stellt sich die Frage, ob das durch die Notenbanken verteilte billige Geld immer noch die gleiche Kraft wie in den vergangenen Jahren hat, die Börsenkurse auf neue Rekorde zu treiben. Das blinde Vertrauen der Investoren nur in die Notenbanken schwindet mehr und mehr. Bleibt dieser Faktor als Triebfeder aus und fehlt gleichermaßen die Rechtfertigung höherer Aktienkurse durch steigende Unternehmensgewinne, wird es in den kommenden Wochen für die Börsen schwer, alte Höhen wieder zu erklimmen.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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