Um 10: DAX fällt wieder unter 10.000 Punkte – Warten auf neue Impulse

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Konsolidierung nach einer starken vergangenen Börsenwoche am deutschen Aktienmarkt geht auch heute weiter und unterzieht den DAX einem erneuten Test der Marke von 10.000 Punkten. Eine wegen des Feiertages träge Wall Street liefert nicht wirklich eine Vorlage, und in Asien finden sich überwiegend Minuszeichen an den Handelsplätzen. Ein Euro über 1,14 US-Dollar erweist sich zusätzlich für den deutschen Aktienmarkt als Bremsklotz für eine Fortsetzung der Erholung. Nun geht es für den DAX erst einmal darum, die runde Marke zu verteidigen, um die Chance auf eine Stabilisierung auf diesem Niveau beizubehalten.

Der Blick der Börsianer gilt heute Morgen auch dem Ölpreis, der in den vergangenen 24 Stunden um fünf Prozent nachgab, was die globalen Konjunktursorgen wieder verstärkt. Hinzu kommen Außenhandelszahlen aus China, die zwar nicht ganz so schlecht ausfielen wie erwartet, aber weiter eine rückläufige wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte anzeigen. Erschreckend ist allerdings der Rückgang der Importe um 17,7 Prozent. Bevor am kommenden Montag offizielle Zahlen zum Wirtschaftswachstum Chinas veröffentlicht werden, gehen laut „Wall Street Journal“ Ökonomen von einer weiter sinkenden Wachstumsrate von nur noch 6,8 Prozent aus.

Die Anleger sind somit hin- und hergerissen zwischen einer zurückgekehrten geldpolitischen Fantasie und anhaltend schwachen Wirtschaftsdaten. Heute nun schlägt das Pendel wieder in Richtung Sorgen ob der weiteren Entwicklung der Unternehmensgewinne aus. Impulse aus dieser Richtung könnten von den Quartalszahlen von Intel und J.P. Morgan kommen. In der Nacht hat der deutsche Software-Konzern SAP schon gute Zahlen vorgelegt. Alles in allem dürfte die Berichtssaison aber eher ernüchternd ausfallen und für wenig Begeisterung bei den Investoren sorgen. Auch deshalb üben sich die Anleger in Zurückhaltung und hoffen lediglich, dass der enttäuschende Start mit den Alcoa-Zahlen die Ausnahme bleibt.

Langfristig stellt sich die Frage, ob das durch die Notenbanken verteilte billige Geld immer noch die gleiche Kraft wie in den vergangenen Jahren hat, die Börsenkurse auf neue Rekorde zu treiben. Das blinde Vertrauen der Investoren nur in die Notenbanken schwindet mehr und mehr. Bleibt dieser Faktor als Triebfeder weg und fehlt gleichermaßen die Rechtfertigung höherer Aktienkurse durch steigende Unternehmensgewinne, wird es in den kommenden Wochen für die Börsen schwer, in alte Höhen zurückzukehren.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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