Um 5: Der DAX schlägt sich wacker – Kräfte sammeln für die runde Zahl

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Mit gehörigem Respekt geht der Deutsche Aktienindex den Kampf um die Marke von 10.000 Punkten an. Das ist aus zwei Gründen nicht verwunderlich. Erstens liegen hinter der deutschen Börse vier Tage mit rund fünf Prozent Kursgewinn, da ist vor einer solchen Hürde erst einmal durchschnaufen und Kräfte sammeln angesagt. Und zweitens reißen die schlechten Nachrichten in Sachen Konjunktur nicht ab.

Mit dem stärksten monatlichen Einbruch der deutschen Exporte im August seit sechs Jahren erlebten die Konjunktursorgen heute ein Comeback in den Köpfen der Anleger und die Daten dämpften ein wenig die positive Stimmung der vergangenen Tage. Die Schwierigkeiten der Schwellenländer machen sich also auch bei der europäischen Konjunkturlokomotive Deutschland bemerkbar. Dass der DAX die 10.000er Marke dennoch fest im Blick behält und die Kursverluste vom Morgen relativ schnell wieder aufholen konnte, spricht für eine gehörige Portion Optimismus und die Hoffnung vieler Anleger, mit dem erneuten Halt des DAX in der Region um 9.300 Punkte könnte die Korrektur abgeschlossen sein. Das Wort Jahresendrally macht schon wieder die Runde.

Doch ganz so einfach ist es nicht. Getragen wird die aktuelle Bewegung von der Hoffnung, die Notenbanken würden auf die neuerlichen schwachen Wirtschaftsdaten mit einer nächsten Runde in ihrer expansiven Geldpolitik reagieren. Noch bleibt die Geldpolitik allerdings in Wartestellung, lediglich die Europäische Zentralbank will ihre Anleihekäufe etwas vorziehen, um im handelsschwachen Dezember nicht zu viel Volumen aus dem Markt ziehen zu müssen. Am Abend dann geht der Blick nach New York, wo die Protokolle der letzten Sitzung der Federal Reserve veröffentlicht werden. Hier wird mit Spannung erwartet, wie der Beschluss, die Zinswende noch einmal aufzuschieben, zustande gekommen ist und man wird zwischen den Zeilen lesen wollen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr ist. Hier allerdings waren die schlechten US-Arbeitsmarktzahlen noch nicht berücksichtigt, was die Aussagekraft etwas verringern sollte.

Aus charttechnischer Sicht befinden wir uns aktuell an einem interessanten Punkt. Denn der Dow Jones beispielsweise testete gestern sein Erholungshoch vom September, prallte allerdings zunächst ab. Gelingt noch der Ausbruch, könnte dies auch den DAX, der gestern ebenfalls bei rund 10.090 abprallte, mit nach oben ziehen. Im DAX würde dann zunächst die 10.320-Punkte-Marke in den Fokus rücken. Weitet sich der Rebound noch aus, kämen allerdings die Marken 9.730 und 9.650 als potenzielle Anlaufstationen ins Spiel.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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