Skeptiker werden rar

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Senti_07102015-230x180Der US-Arbeitsmarktbericht der vergangenen Woche muss wohl große Enttäuschung ausgelöst haben, obwohl ich die Abweichungen bei den Nonfarm Payrolls sowie deren unerwartete Vormonatskorrekturen nach unten (statt, wie vielfach erwartet, nach oben) nicht so dramatisch finde. Vor allen Dingen, wenn man bedenkt, dass dieses Datum ohne hin recht volatil ist. Dennoch hat sich innerhalb weniger Tage das globale ökonomische Szenario anscheinend so stark eingetrübt, dass das Gros der Finanzmarktakteure offensichtlich nicht mehr davon ausgeht, dass es in diesem Jahr noch zu einer Zinserhöhung der US-Notenbank kommen wird. Zum einen, weil einige Investmentbanken ihre Wachstumsvorhersagen für das Jahr 2015 und 2016 drastisch nach unten korrigiert haben, und zum anderen, weil der IWF befürchtet, dass auch das globale Wachstum auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Finanzkrise zurückfallen könnte.

Da ich zu denen gehöre, die ohnehin nicht mit einer Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr gerechnet haben, muss ich mich zwangsläufig auch mit der Möglichkeit beschäftigen, dass es zumindest in den USA zu einem neuen quantitativen Lockerungsprogramm kommen könnte, sofern sich die Wachstumsbefürchtungen bestätigen sollten. Auch wenn ein sogenanntes QE4 nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert wird und fraglich bleibt, ob eine erneute geldpolitische Lockerung überhaupt sinnvoll wäre, scheinen sich die Börsianer hierzulande bereits auf eine neuerliche Geldschwemme der Fed samt steigenden Aktienkursen einzurichten…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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