Um 10: DAX gibt leicht nach – Allein die Hoffnung auf billiges Geld trägt nicht mehr

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So schnell können die Börsen dann eben doch nicht wieder in den altbekannten Modus umschalten: Schlechte Konjunkturdaten lassen eine lockere Geldpolitik erwarten, was wiederum zu steigenden Aktienkursen führt. Die Erholung an den Weltbörsen, die mit den schwachen US-Arbeitsmarktdaten eingesetzt hat und sich trotz weiterer Konjunkturwarnsignale fortsetzte, hatte den Anschein, als sei nun wieder die Geldpolitik die Triebfeder für höhere Kurse. Insbesondere von den Zentralbanken in Japan, China und nicht zuletzt von der Europäischen Zentralbank erhoffen sich die Anleger zusätzliche Impulse. Ob aber allein billiges Geld auf Dauer Kurse treiben kann, darüber ist jetzt intensives Nachdenken angesagt. Diese Zurückhaltung führt dazu, dass auch die Erholungsbewegung beim Deutschen Aktienindex heute erst einmal zum Erliegen kommt. Vieles von dieser Rally ging auf das Konto des sehr hohen Pessimismus in den vergangenen Tagen, der dann wiederum schnelle Aufwärtsbewegungen hervorrufen kann, da der Markt zuvor überverkauft war.

Dass der DAX gegenüber schwachen Konjunkturdaten nun schon wieder immun ist, ist eher unwahrscheinlich, wie auch die enttäuschte Reaktion auf die schwachen Auftragseingänge an die deutsche Industrie zeigt. Zum einen befinden sich aufgrund der Erwartungshaltung der Marktteilnehmer die Notenbanken nun wieder in Zugzwang. Zum anderen werden die Investoren sehen wollen, dass die Quartalsberichtssaison glimpflich verläuft, denn zusätzliche Stimuli-Maßnahmen könnten in ihrer Wirkung auf die Geschäftsergebnisse beschränkt bleiben.

Auch die Charttechnik spielte zuletzt eine stärkere Rolle. Sowohl der Dow Jones als auch der DAX testen aktuell mehrmonatige Abwärtstrendlinien, die wenn sie durchbrochen werden sollten, noch für etwas mehr Durchatmen an den Märkten sorgen könnten. Nach den schnellen großen Gewinnen der vergangenen Tage ist aber auch ein Rückfall vorstellbar, der die kurzzeitige Euphorie schnell wieder etwas dämpfen würde.

Aus charttechnischer Sicht gilt es für den DAX, nun die Abwärtstrendlinie vom 18. August und die 9.890-Punkte-Marke zu überwinden. Dann könnte zunächst Platz geschaffen werden bis in die 10.000er Region. Darüber lauert um 10.080 Punkte ein potenzieller Widerstand. Auf der Unterseite stellen nun die 9.745 und 9.665 potenzielle Unterstützungen dar.

Andreas PaciorekEin Beitrag von Andreas Paciorek

Er ist Market Analyst Germany & Austria bei CMC Markets, Frankfurt.
Davor arbeitete er bei der Bank of Tokyo Mitsubishi in Frankfurt sowie bei der Varengold Bank. Paciorek hat ein Diplom der Universität Bonn im Bereich Regionalwissenschaften Japan mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Bildquellen: CMC Markets / dieboersenblogger.de


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