Kann man mit Volatilität noch Geld verdienen?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Der Abwärtstrend nimmt seinen Lauf. Das wird sich vermutlich so schnell nicht ändern. Für Volatilitäts-Shorts sind das harte Zeiten.

Mit Volatilitäts-Shorts kann man sehr viel Geld verdienen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Volatilität fällt. Für gewöhnlich fällt sie in zwei Drittel der Zeit. Die Chancen mit diesem Ansatz Geld zu verdienen stehen also recht gut. In diesen Tagen und Wochen stehen die Chancen aber gerade schlecht. Die Volatilität schwankt auf hohem Niveau und auch die Terminkurve ist wenig konstruktiv. (Mehr zum Thema: VDAX & VDAX New – Wie nutzt man Volatilitätsindikatoren?)

Die Terminkurve bringt mehr als die Hälfte der Gewinne der Vola Trades in normalen Zeiten. Solange die Terminkurve ansteigt, gewinnt man allein durch die Struktur der Kurve durch den Leerverkauf. Nun ist die Kurve momentan ziemlich flach. Das erinnert an 2011 und 2008. Momentaufnahmen der Terminkurve zwischen 2007 und 2009 sind in der Grafik dargestellt.

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Die Kurve ist zu Beginn einer Abwärtsbewegung invertiert (der nächstgelegene Future steht höher als die darauffolgenden). Solange der Abwärtstrend anhält ist die Kurve größtenteils flach. Erst einige Zeit nach Trendumkehr normalisiert sich die Terminkurve wieder. Bis es soweit ist gewinnt man durch die Struktur der Terminkurve nichts und solange die Volatilität hoch ist oder sogar noch ansteigt, droht man tendenziell zu verlieren.

Derzeit kann man nicht sagen, wann sich die Terminkurve wieder normalisiert und ab wann man mit Shorts wieder richtig Geld verdienen kann. Die Normalisierung kann in einem Monat oder auch erst in einem Jahr beginnen.

Ich selbst habe Vola Shortpositionen laufen. Diese werden nicht aufgelöst. Dazu kann die Volatilität zu schnell wieder drehen und es wird ein Großteil der Performance verpasst. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass unter den momentanen Marktbedingungen auch eine lange Underperformance der Position möglich ist. Mit einer langen Underperformance meine ich 12 bis 18 Monate. In dieser Zeit werde ich persönlich kurzfristige Spitzen in der Volatilität nutzen, um die Position weiter auszubauen. Das ist riskant, man braucht gute Nerven und Sitzfleisch. Wer risikoscheu ist oder nach 2 Wochen fragt wieso die Position nicht im Plus ist, der sollte sich von Volatilität im aktuellen Markt so weit fern halten wie nur möglich.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


4 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für diesen informativen Artikel. Gerade in solchen unstabilen Zeiten sollte man die Finger von den Volatilitäts-Shorts lassen. Lieber warten bis sich die Situation wieder beruhigt hat.

  2. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Zu diesen schwierigen Zeiten sollte man wirklich nicht traden. Es ist einfach zu riskant.

  3. Hallo,

    sehr spannender Artikel und klasse Strategie für Leute mit hoher Risikotoleranz und wenig Emotionen. Ich stimme hier auch völlig zu: wer die Geduld und Nerven hat, die Situation auszusitzen kann hier durchaus mitgehen. Alle anderen sollten wahrscheinlich die Finger weg lassen.

    Danke nochmal für den Artikel, echt gut gelungen!

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