Trügerische Sicherheit

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Es mutet fast schon befremdlich an. Die Liebe der Deutschen zu ihrem Sparbuch. Die Anleger schätzen den Sicherheitsfaktor und in der Vergangenheit war es zudem durchaus einträglich, das Ersparte auf dem Konto einfach liegen zu lassen. Diese Zeiten sind vorbei. Vielmehr kommt diese Verbundenheit den Anlegern in mageren Zinszeiten teuer zu stehen.

Die Sparzinsen liegen unter der Inflationsrate. Die Sicherheit und der Wohlfühlfaktor schwinden dahin. Trotzdem hat das Sparbuch kaum etwas an seiner Attraktivität eingebüßt. Nur jeder zehnte Deutsche hält es für eine lukrative Geldanlage, aber 43 Prozent haben aktuell Geld auf dem Sparbuch, so die GfK in einer Untersuchung. Der Wert derer, die angeben, derzeit Geld auf dem Sparbuch gelegt zu haben, ist im Vergleich zu vor drei Jahren nur minimal um 0,5 Prozentpunkte zurückgegangen.

Kapitalmarktprodukte wie Aktien, Fonds und Zertifikate, die für die Altersvorsorge fast schon unverzichtbar sind, werden zwar positiver eingestuft als in den Jahren zuvor, aber noch fehlt der Mut, diesen Schritt auch umzusetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Deutsche zu wenig Geld für die Altersvorsorge zurücklegen. Insbesondere die jüngere Generation konsumiert lieber statt zu sparen, so eine Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands.

Zertifikate-Anleger sind da schon einen Schritt weiter. Immerhin hat ein Viertel von ihnen ihren Zertifikate-Anteil im Portfolio in der Vergangenheit aufgestockt. Rund 40 Prozent beließen den Anteil unverändert. 38 Prozent gaben an, dass sie ihre Zertifikate-Quote reduziert haben. Das sind die Kernaussagen der Trend-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands (DDV) im September. Insgesamt hatten sich mehr als 2.600 Personen an dieser Online-Umfrage beteiligt.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? Theorie und Praxis sind bekanntlich zwei Paar Schuhe. Der Mehrheit ist es sicherlich bewusst, dass sie mit ihrer Geldanlage aktuell ein Minus einfährt. Entweder verdrängen es viele im Alltag, es schmerzt noch nicht so richtig im Geldbeutel oder sie scheuen vor vermeintlich großen Risiken anderer Geldanlagen zurück.

Der Blick in die Zertifikate-Welt zahlt sich aus. Teilschutzprodukte wie die Klassiker Bonus- und Discoutzertifikate stehen zunehmend im Fokus der Anleger. Sie bieten die Möglichkeit, auch bei seitwärts tendierenden oder leicht fallenden Märkten eine attraktive Rendite zu erzielen. Das Produktsortiment ist riesig.

Wichtig ist, dass Anleger umdenken und aktiv werden. Dies ist ein zäher und langwieriger Prozess. Sicherheit ist ein hohes Gut, aber es bedarf einer Neudefinition, um Vermögenserhalt und – vermehrung zu erzielen. Zertifikate sind hierbei ein integraler Baustein der finanziellen Vorsorge.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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1 KOMMENTAR

  1. Ich denke, dass so viele Menschen noch ein Sparbuch besitzen liegt daran, weil es so einfach zu händeln ist. Jeden Monat wird regelmäßig eine gewisse Sparrate überwiesen und man kann nicht viel „falsch“ machen. Es muss sich nicht „gekümmert“ werden. Allerdings hat das Sparbuch einen entscheidenen Nachteil: die kaum vorhandene Rendite (wie im Artikel oben bereits erwähnt).
    Ich persönlich bin ein Fan von Aktien und Fonds. An Zertifikate habe ich mich bisher noch nicht herangetraut. Schließlich musst du als Anleger immer am Ball bleiben und regelmäßig schauen wie die Kurse stehen. Hier und dort was zwitschen, da was verkaufen. Da ist das gute alte Sparbuch bei weitem einfacher zu bewerkstelligen.
    Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Freund vom Sparbuch, lieber investiere ich in Aktien.

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