Schlussgong: ThyssenKrupp – Dividende ist ein falsches Zeichen

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An der Börse kehrt langsam wieder Ruhe ein. Das Thema “Dubai” verliert an Schrecken. In Asien legten die Aktienmärkte in der Nacht von Sonntag auf Montag bereits wieder deutlich zu. Etwas ängstlicher waren dagegen die Anleger in Europa. Nach einem freundlichen Start sackten die Kurse schnell wieder nach unten.

An der Wall Street war heute kein klarer Trend erkennbar. Nach einer Achterbahnfahrt schloss der Dow Jones doch noch leicht im Plus. Auch S&P 500 und Nasdaq 100 gewannen ein paar Punkte. Die Dubai-Krise hat an der Wall Street keine Verkaufs-Panik ausgelöst. Das hat auch den DAX beruhigt. Nachbörslich stieg der X-DAX auf über 5.650 Punkte.

Dividendenzahlung trotz hoher Verluste

Ein DAX-Wert sorgt seit einigen Tagen für Gesprächsstoff. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp will trotz eines Milliardenverlusts eine Dividende ausschütten. Sie soll zwar drastisch gekürzt werden, aber auch eine Mini-Dividende von 0,30 Euro je Aktie bedeutet einen Mittelabfluss von rund 140 Mio. Euro.

Eine solche Dividendenauszahlung passt schlicht und einfach nicht zur aktuellen Nachrichtenlage bei ThyssenKrupp: Das Unternehmen musste für das Geschäftsjahr 2008/2009 einen Verlust von über 2 Mrd. Euro hinnehmen, im laufenden Geschäftsjahr droht – laut Thyssen-Vorstand Ekkehard Schulz – ein weiterer temporärer Rückschlag, rund 20.000 Mitarbeiter verlieren ihren Job und erst vor wenigen Tagen haben die Rating-Agenturen das Rating von BBB- auf BB+ gesenkt.

Großaktionär kann Dividende gut gebrauchen

Thyssen wird auch diese Konjunkturkrise überstehen, aber es wird deutlich, dass der Konzern jeden Cent sparen muss. In guten Zeiten kann Thyssen gerne hohe Ausschüttungen vornehmen, aber in schlechten Zeiten muss auch für die Aktionäre eine Null-Runde gelten. Es gibt kein Geld, das bei Thyssen locker verteilt werden könnte.

Das sieht der Großaktionär, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, offensichtlich anders. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Stiftung massiv auf eine Ausschüttung gedrängt hat. Immerhin fließt rund jeder vierte Dividenden-Euro in die Stiftungs-Kasse. Der Großaktionär muss aber wissen: Das Stahlgeschäft ist extrem zyklisch. Es wird in dieser Branche immer wieder Verlustjahre geben. Dafür müssen Reserven aufgebaut werden. Das ist in den fetten Jahren offensichtlich nicht ausreichend beherzigt worden.

Cash is king in der Krise

Hier schließt sich der Kreis: Der Fall Dubai hat gezeigt, dass die Krise blitzartig zurückkehren kann. Die Unternehmen brauchen Kapitalreserven. Cash is king! Daher in der Vorwoche hier im Schlussgong die Forderung, dass Banken und andere Unternehmen, die schwach auf der Brust sind, die Reserven durch eine Kapitalerhöhung stärken sollten.

Heute folgt die dringende Empfehlung an die Unternehmen, genau zu überlegen, ob das Kapital noch gebraucht wird, oder ob es in Form einer Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden kann.


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