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Mit Stop-Loss und viel Cash durch die unsicheren Börsenzeiten

Vor zwei Wochen haben wir an dieser Stelle im Leitartikel geschrieben, dass Anleger das immer offensichtlicher werdende China-Risiko nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Allerdings haben auch wir ein derart dramatisches Abrutschen der Börsen nicht erwartet. Doch lag das Abtauchen des DAX bis im Tief auf rund 9.300 Punkte tatsächlich allein an China? Richtig greifbar sind die Folgen der befürchteten Wachstumsschwäche im Reich der Mitte für viele Unternehmen bisher noch nicht. Diverse Konzerne wie beispielsweise Apple oder Adidas haben darauf hingewiesen, dass bisher keine konkreten Auswirkungen zu spüren seien und das Chinageschäft weiter gut läuft.

Eventuell wurde in den letzten turbulenten Börsentagen ein ganz anders Börsenproblem deutlich: Immer mehr Geld wird im so genannten Hochfrequenzhandel nach mathematischen Modellen von Computern an den Börsen bewegt. Und in Zeiten, in denen viele Banken ihren Eigenhandel mit Wertpapieren zurückfahren und zudem noch viele Marktteilnehmer in Urlaub sind, werden die Börsenumsätze derart ausgedünnt, dass es leicht zu übertriebenen Kursausschlägen kommen kann. Wenn die Computer in derartigen Phasen eine Verkaufswelle auslösen, stehen zu wenige Käufer auf der Gegenseite, die diesen Verkaufsdruck auffangen können. Somit kommt es gerade in den Sommermonaten nicht selten zu kurzfristigen Schwächephasen an den Börsen.

Es ist somit möglich, dass die Aktienmärkte schnell wieder in ihre Aufwärtstrends zurückfinden, nachdem sich die Notierungen zuletzt wieder gefangen haben. Doch leider können sich Anleger in dieser Hinsicht nicht ganz sicher sein. Sollte China tatsächlich ernsthafte Probleme haben, dann hätten wir sicherlich erst einen kleinen Teil eines heftigen Börsengewitters gesehen. Börsianer sollten die Risiken nicht unbeachtet lassen. Unsere Strategie in derartigen Marktphasen lässt sich mit Blick auf unsere Musterdepots leicht erkennen. Aktien, die einen geringen Value aufweisen, deren Aktienkurse also nicht durch Substanz oder hohe Gewinne bzw. Dividendenrenditen abgesichert sind, haben wir in der Regel mit mentalen Stopp-Marken versehen. Auf dieser Weise werden in Crashphasen Schritt für Schritt die eher risikoreicheren Positionen unserer Musterdepots verkauft (wie jetzt GFT mit einem Plus von 383%), wodurch sich mit dann sinkender Aktienquote die Depotrisiken reduzieren. Wir würden ungerne alle Positionen mit Stopp-Marken absichern, um nicht Gefahr zu laufen, bei kurzfristigen Markteinbrüchen eventuell dann mit vollständig geleertem Depot dazusitzen. Denn wie auch in den letzten Tagen gesehen, folgen auf derartige Ausverkäufe oftmals sehr zügig signifikante Kurserholungen. Derzeit haben wir in den Aktien-Musterdepots hohe Cashquoten von rund 50 Prozent. Somit könnten wir bei Kursrücksetzern günstig zukaufen. Auf der anderen Seite haben wir trotz dieser vorsichtigen Ausrichtung nicht wirklich Performance liegen lassen, wie das Jahresplus von 21 Prozent unseres Trading-Depots zeigt.

Eine derart flexible und den Risiken angepasste Strategie ist aus unserer Sicht neben der Auswahl der richtigen Aktien ganz entscheidend für den langfristigen Börsenerfolg. Zu viele Anleger, besonders in Deutschland, haben das Gefühl, den Börsenrisiken überhaupt nicht gewachsen zu sein und bleiben somit dieser langfristig so lukrativen Anlageform fern. Wir meinen: Dies ist der größtmögliche Fehler bei der langfristigen Geldanlage.

RiegerEin Beitrag von Matthias Rieger

Er ist Chefredakteur des Hanseatischen Börsendiensts.

Der Hanseatische Börsendienst bietet Privatanlegern und Investoren seit 54 Jahren fundierte Tipps, Trends und Analysen rund um deutsche Spezial- und Nebenwerte. Er setzt sein value-orientiertes Anlagekonzept konsequent um. Das Musterdepot steigerte seinen Wert seit Anfang 1999 von 10.000 Euro auf knapp 100.000 Euro. Damit wurde der Depotwert rund verzehnfacht. Neugierig? Hier kostenloses Probeexemplar anfordern.

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Bildquelle: dieboersenblogger.de / HBD


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