Anker im Kopf

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Nun wird es Morgen wieder einmal spannend, weil in den USA die Veröffentlichung des Arbeitsmarktberichts für den Monat August ansteht. Und dieses Mal scheint alles ganz besonders wichtig, weil es sich um den letzten Report handelt, bevor die US-Notenbank zu ihrer September-Sitzung am 16./17. des Monats zusammenkommen wird, um über einen möglichen Zinsschritt zu befinden. Abgesehen davon, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten der vergangenen Wochen für eine Entscheidung der Mitglieder des Offenmarktausschusses stärker wiegen dürften als eine besser oder schlechter als erwartet ausgefallene Zahl neu geschaffener Stellen, machen sich die Ökonomen mancherorts schon jetzt Gedanken, inwieweit sie ihre eigenen Prognosen verfehlen werden. So hat etwa ein Volkswirt einer deutschen Bank festgestellt, dass der US-Arbeitsmarktbericht im August in den vergangenen 27 Jahren hinsichtlich der Beschäftigtenzahl die Prognosen 21 Mal verfehlt hat und zwar im Durchschnitt um 61.000 Stellen nach unten.

Damit aber noch nicht genug. So soll etwa das Analysehaus Wrightson ICAP zu allem Überfluss festgestellt haben, dass die Nonfarm Payrolls für den Monat August öfters als in jedem anderen Monat später wieder nach oben revidiert werden mussten – das soll zumindest für acht der vergangenen neun Jahre gegolten haben.

Welche Konsequenz ergibt sich für die Strategen daraus, wenn der Zentralwert der von Bloomberg und Reuters befragten Ökonomen für die Zahl der neu geschaffenen Stellen im August bei 220.000 liegt?

Die Erwartung der Erwartung

Man gibt vorsichtshalber eine Schätzung heraus, die etwa um den durchschnittlichen Fehler, also die besagten rund 60.000 Stellen der vergangenen Jahre, reduziert wird. Mit anderen Worten: Neben einem Prognose-Median der Nonfarm Payrolls von +220.000 (hoffentlich handelt es sich nicht um das Resultat bereits nach unten modifizierter Vorhersagen) schwirrt in den Köpfen der Marktteilnehmer nunmehr ein weiterer Anker,…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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