Raiffeisen Bank International (RBI): Neue Probleme tun sich auf

1
Bildquelle: Pressefoto Raiffeisen Bank International

Die Raiffeisen Bank International (RBI) (WKN A0D9SU) hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als am Markt erwartet. Daher hat das Geldinstitut für das gesamte erste Halbjahr einen Nettogewinn von 288 Mio. Euro gemeldet – ein überraschendes Plus von 16,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach den ersten sechs Monaten sieht sich das stark in Osteuropa engagierte Geldinstitut im Plan und bestätigte daher seine Ziele für 2015. Aufgrund von Restrukturierungskosten von rund 550 Mio. Euro wird das Ergebnis wohl im Minus landen.

Gefahr droht indes aus Polen: Nach einem vom Parlament verabschiedeten Gesetzentwurf sollen die Kreditnehmer das Recht bekommen, die zumeist in Schweizer Franken aufgenommenen Hypothekendarlehen in Zloty zurückzuzahlen. Das Gesetz wälze die finanziellen Belastungen zu 90 Prozent auf die Banken ab, die die Kredite vergeben hatten, warnt Andrzej Jakubiak, Chef der polnischen Banken-aufsicht: Wenn das geplante Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten in Kraft träte, dürften einige Banken des Landes Liquiditätshilfen der Notenbank brauchen: „Wenn es dazu kommt, können einige Banken ihre Dividenden vergessen – schlicht, weil sie dann Verluste schreiben“.

Der Regulierer schätzt die Gesamtbelastung für die Branche aus dem Gesetz auf rund 22 Mrd. Zloty. Das sind umgerechnet rund 5,25 Mrd. Euro. Die Geldhäuser hingegen sind nur bereit, den bedürftigsten Kreditnehmern entgegenzukommen. Dabei sollen zudem die Belastungen zwischen den Instituten und den Kunden gerechter aufgeteilt werden. Angeblich sollen die Banken sogar eine Verfassungsklage gegen das Gesetz planen.

Solange die RBI-Aktie unterhalb von 90- und 200-Tage-Durchschnittslinie notiert, kann noch keine Entwarnung gegeben werden.

Chart: Guidants
Chart: Guidants

An der Börse überwiegt derzeit die Freude über die guten Halbjahreszahlen. Wer aber davon ausgeht, dass die Polen-Problematik bald wieder die Oberhand gewinnen wird, sollte sich ein Mini Future Bear-Zertifikat (ISIN DE000HV71N54) von UniCredit onemarkets ansehen. Damit können Anleger auf eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends setzen. Das Papier setzt Kursverluste der RBI-Aktie mit einem Hebel von gut 0,7 in Gewinne um. Aufgrund des großen Abstands zur Knock-Out-Barriere ist das Papier auch für weniger spekulativ orientierte Anleger geeignet. Eine Seitwärtsrendite von 11,4 Prozent bzw. 7,0 Prozent p.a. erlaubt ein Discount-Zertifikat (ISIN AT0000A1F8N) von der Raiffeisen Centrobank. Dazu muss die RBI-Aktie am Laufzeitende im März 2017 mindestens auf dem aktuellen Niveau von knapp 13 Euro stehen.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von ZERTIFIKATE // AUSTRIA und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressefoto Raiffeisen Bank International


1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here