Sommerloch

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Es hat in diesem Jahr zwar ein Weilchen länger als sonst üblich gedauert, aber nun hat es uns doch erwischt – das Sommerloch. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht, aber dazu kommen wir im Laufe dieser Ausgabe des Market Mover noch. Zunächst einmal ist deutlich zu spüren, dass wir uns in Sachen Nachrichten auf dem bisher tiefsten Stand des Jahres befinden. Neben den unvermeidlichen, weil alljährlich wiederkehrenden Meldungen über die üblichen Monsterkillerhorrorreptilien in vielbesuchten Badeseen sorgen derzeit nämlich vornehmlich Meldungen über blanke Körperteile (Kravitz, Kardashian) und blanken Unverstand (Bush, Trump) für die Headlines der Massenmedien. Neben dem Niveau befindet sich jedoch auch die Politik auf dem saisonalen Tiefpunkt – die Lage der Bundespolizei ist ob der anhaltenden Flüchtlingsströme desaströs, die SPD verkommt zum reinen Mehrheitsbeschaffer für Ihre Majestät, die Kanzlerin und Vizekönig Kauder droht etwaigen Abweichlern bei der bevorstehenden Abstimmung zum Griechenland-Paket öffentlich mit Amtsenthebung. So viel Demokratie muss schon noch sein in diesem unserem Lande, meine sehr verehrten Damen und Herren! Damit wir hier aber nicht vollends in den Sarkasmus abgleiten, wenden wir uns lieber dem eigentlichen Thema und damit den Märkten zu. An denen hat sich in dieser Handelswoche allerdings auch ein ganz großes, tiefes Loch aufgetan:

Hundstage

Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch, kurz umgangssprachlich genannt, werden die heißesten Wochen des Jahres als „Hundstage“ bezeichnet, was übrigens ursprünglich vom Sternbild des „großen Hundes“ herrührt. Und als hätten wir es geahnt, haben wir im letzten Satz der letztwöchigen Ausgabe des Market Mover bereits prognostiziert, dass dieser August nicht nur wettertechnisch noch richtig heiß werden könnte. Gesagt, geschehen – die vergangenen Hunds- äh, Handelstage waren richtiggehend schweißtreibend. Dabei handelte es sich allerdings vor allem um Angstschweiß, der den Anlegern von der Stirne perlte. Nach dem Zwischenhoch der Vorwoche ging es zuletzt nämlich massiv und auf breiter Front abwärts. Zwischen Montag und Mittwoch wurden im DAX rund 650 Punkte pulverisiert, macht einen Abschlag von 5 Prozent. Dabei fiel zwischenzeitlich nicht nur die 11.000er-Marke, auch die 200-Tage-Linie ist berührt worden. Der Grund für dieses Sommerloch war erneut im fernen China zu finden: nach drei Abwertungen der Landeswährung Yuan in Folge – die chinesische Regierung versucht, über dieses Steuerungsinstrument die heimische Konjunktur bzw. den Export anzukurbeln – litt neben den übrigen Indizes der ausgesprochen exportlastige DAX außerordentlich stark unter dieser Maßnahme. Vor allem die Autobauer und -zulieferer gerieten unter Druck. Deren Engagement ist in China bekanntlich besonders ausgeprägt, und als logische Konsequenz daraus reagieren die Kurse bei schlechten Nachrichten aus dem Reich der Mitte ungemein sensibel. Doch vom Himmel hoch kommt Hoffnung her:

Wünsch Dir was

Zum Glück zeigt sich im August nicht nur der „große Hund“ am Himmel, nein auch die Perseiden ziehen wie in jedem Jahr um diese Zeit an der guten alten Erde vorbei. Dabei erreicht der Meteorstrom um den 12. herum seinen Höhepunkt, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren örtlich bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. Offensichtlich hat das Wünschen auch geholfen, denn die Märkte tauchten aus der Versenkung wieder auf und legten zum Teil deutlich zu. Der DAX konnte so beispielsweise die 11.000er-Hürde vorerst zurückerobern, womit die Abwärtsspirale zunächst gestoppt sein dürfte. Unterstützung kommt auch von der anderen Seite des Atlantiks: Der Dow Jones bildet aktuell im Bereich um 17.400 Zähler eine Haltezone aus, die auch auf die europäischen Börsen gewissermaßen stabilisierend wirken könnte, zumal der US-amerikanische Leitindex mit diesem Kursstand nur gut 5 Prozent unterhalb seines bisherigen Allzeithochs bei 18.351 Punkten notiert. Etwas Beruhigung täte den europäischen und vor allem den deutschen Börsen nämlich durchaus gut, und wenn das alles nichts nutzt, bleiben ja noch die himmlischen Helfer – die Sternschnuppensaison geht noch ein paar Tage, da kann der ein oder andere Wunsch noch in aller Ruhe aufgegeben werden!

PrimequantsEin Beitrag von Prime Quants

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