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Rohöl: Preisrückgang sollte nicht dauerhaft anhalten

Das Atomabkommen mit dem Iran hat seit Mitte Juli für fallende Rohölpreise gesorgt. Doch die Hoffnung auf das zusätzliche Angebot iranischem Öls dürfte im kommende Jahr kaum ausreichen, um die gleichzeitig erhöhte Nachfrage und die an anderer Stelle geringere Fördermenge auszugleichen. Der Preisrückgang sollte also nicht von langer Dauer sein.

Eine Einigung mit dem Iran zu erzielen war seit langem erfolglos versucht worden. Insofern kam die Einigung am 14. Juli umso überraschender. Mit dem Abkommen zwischen den sogenannten „P5+1-Staaten“, das sind die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrates (China, Frankreich, Großbritannien, USA und Russland) plus Deutschland, auf der einen Seiten und dem Iran auf der anderen Seite endet der seit 13 Jahren schwelende Atomstreit mit einer für alle Seiten befriedigenden Lösung. Während dem Iran der Weg zur (gemutmaßten) nuklearen Bewaffnung verbaut wird, erfolgt im Gegenzug eine Lockerung der Wirtschafts- und Handelssanktionen, die das Land viele Jahre erheblich belastet haben.

In Folge der überraschenden Einigung mit dem Iran waren deutlich rückläufige Ölpreise, sowohl beim US-Öl als auch bei der Nordseesorte Brent, zu beobachten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die zu erwartende Rückkehr des Iran in die Riege der Ölexporteure. Allerdings wird der Exportanteil des Irans im ersten Halbjahr 2016 wohl nur um 0,4 Mio. Barrel pro Tag ansteigen. Im zweiten Halbjahr könnten es nach Ansicht des DZ BANK Research 0,6 Mio. Barrel – auf dann 1,9 Mio. Barrel pro Tag – werden. Dieses überschaubare Zusatzangebot sollte nachfrageseitig durch die sich im kommenden Jahr 2016 (zumindest leicht) festigende weltwirtschaftliche Dynamik, eine zusätzliche Konsumstimulierung durch die niedrigen Rohölpreise und eine fortgesetzte Ausweitung der strategischen Lagerbestände in China (und ab dem späten zweiten Halbjahr 2015 auch in Indien) deutlich überkompensiert werden.

Dies gilt umso mehr, als beim Angebot der Nicht-OPEC-Staaten lediglich mit einer Stagnation der Ölproduktion zu rechnen ist. Dies resultiert vor allem aus der Außerbetriebnahme von stattlichen 60 Prozent der US-Rohöl-Explorationskapazität (im Vergleich zum Stand von Dezember 2014), die in Bälde in eine – zumindest temporär – schrumpfende US-Produktion führen wird. Daher wird es nach Ansicht des DZ BANK Research im Jahre 2016 ausschließlich die OPEC sein, die für die Befriedigung des globalen Nachfragewachstums sorgen wird und somit ihren Weltmarktanteil ausbauen darf.

Alles in allem sind unsere DZ BANK Analysten daher von einer Erholung der Rohölpreise auf mittlere Sicht überzeugt. Nach Überwindung des preisbelastenden „(Markt-)Stimmungstiefs“ im dritten Quartal aufgrund des Iran-Abkommens und Chinas-Sorgen erwarten die Analysten vor dem Hintergrund einer im Laufe der zweiten Jahreshälfte zunehmend sichtbar werdenden „US-Schieferöl-Entschleunigung“ einen zum Jahresende 2015 auf 64 US-Dollar ansteigenden Brent-Rohölpreis. Im kommenden Jahr dann dürfte die Rückkehr des Iran als Exporteur dem Ölmarkt im saisonal ohnehin schwachen zweiten Quartal noch einmal auf den empfindsamen Magen drücken, bevor die im zweiten Halbjahr 2016 schrittweise sinkenden OECD-Lagerbestände der Brent-Rohölnotierung eine weitere Preiserholung in den Bereich von 74 US-Dollar ermöglichen werden.

Chart: Guidants

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Mit Blick auf die fundamentale Analyse der Ölmärkte könnte sich ein Discountzertifikat (WKN DG22GS) der DZ BANK auf den Brent Future anbieten. Das Discount-Zertifikat (Fälligkeitstag 18.11.2016) weist einen Cap von 56,00 US-Dollar auf und ist zudem währungsgesichert. Es richtet sich also an Anleger, die davon ausgehen, dass der maßgebliche Preis des Brent Crude Öl Future am letzten Bewertungstag (18.11.2016) auf oder über 56,00 US-Dollar notieren wird. In diesem Fall wird der maximale Auszahlungsbetrag von 56 Euro fällig. Derzeit notiert das Produkt bei 50,87 Euro und ermöglicht somit eine maximale Rendite von 10,1 Prozent, sofern der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende über 56,00 US-Dollar notiert.

Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung.

Stand 29.07.2015/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, DZ BANK
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Bildquelle: dieboersenblogger.de


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