Schlussgong: Die Dubai-Krise zeigt die Schwächen auf, darf aber auch nicht überschätzt werden

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An der Wall Street in New York wurde gestern am Feiertag nicht gehandelt. In Europa hätten sich die Investoren auch einen ruhigen Tag gewünscht, doch es kam ganz anders. Das Golfemirat Dubai hat ein kleines Erdbeben an den europäischen Börsen ausgelöst. DAX und EuroStoxx haben über 3% verloren. Ursache: Dubai hat die internationale Finanzwelt gebeten, seine Schulden erst später zurückzahlen zu müssen. Bis Mitte 2010 sollen die Schulden neu geordnet werden. Diese Meldung hat gleich 2 negative Auswirkungen.

Bankenrisiken wieder im Blickpunkt

Zum einen wurden Bank-Aktien in die Tiefe gerissen. Bundesbank, IWF und andere Institutionen warnen schon länger, dass in den nächsten Monaten weitere Bomben in den Bankbilanzen explodieren könnten. Daher sollen die Banken dringend frisches Kapital aufsammeln, um Reserven für Notfälle zu haben. Bisher wurden diese Mahnungen von den Investoren kaum beachtet. Der Fall Dubai mit einem Verlust-Potenzial im hohen zweistelligen Milliardenbereich hat die Investoren wachgerüttelt. Die Krise ist wieder greifbar.

Golfstaaten könnten Beteiligungen in Europa verkaufen

Zum anderen wurden gestern Aktien von Unternehmen verkauft, die Großaktionäre aus der Golfregion haben. Im DAX sind das zum Beispiel Daimler und VW. Die Angst: Wenn die Golfstaaten Kapital brauchen, könnten sie ihre Beteiligungen verkaufen und den Markt mit Aktien überfluten.

Allerdings darf der Fall Dubai nicht dramatisiert werden. Dubai ist nicht unbedingt ein typischer Golfstaat. Die riesige künstliche Palmeninsel im Meer zeigt schon, dass das Emirat nicht so sehr vom Öl lebt, sondern sich zum Zentrum der “Superreichen” entwickeln wollte (mit Schwerpunkt Luxus und Finanzen).

Der steigende Öl-Preis entlastet die Golfstaaten

Die großen Ölförderländer haben dagegen in den ersten Monaten des Jahres enorm unter dem Preisverfall gelitten, profitieren jetzt aber von der Preisverdopplung beim “schwarzen Gold”. Ein Öl-Preis von 70 bis 80 USD sollte die meisten Staatshaushalte in dieser Region sanieren.
Auch wenn die Krise in der Golfregion gestern an der Börse übertrieben wurde: Viele Banken könnten in der Tat einen zusätzlichen Puffer gebrauchen. Während die britischen Banken Rekordsummen einsammeln (aktuell Lloyds), halten deutsche Banken eine Kapitalerhöhung offensichtlich für ein Zeichen der Schwäche. Das ist Unsinn! Eine Kapitalerhöhung schützt vor negativen Überraschungen und ermöglicht Übernahmen, wenn sich plötzlich gute Wachstumsgelegenheiten ergeben.

Banken sollten die gute Börsenstimmung für Kapitalerhöhungen nutzen

Daher sollte zum Beispiel auch die Deutsche Bank über ihren Schatten springen und frisches Kapital einsammeln. Die Übernahmen (Sal. Oppenheim und Postbank) verschlingen viel Geld. Die Aktionäre der Deutschen Bank könnten ruhiger schlafen, wenn die Kapitalreserven etwas üppiger wären. Zum Schluss die fast schon obligatorische Meldung des Tages: Der Goldpreis hat auch gestern wieder ein neues Allzeithoch erreicht. Die neue Bestmarke liegt bei knapp 1.195 USD je Unze. Die Marke von 1.200 USD wurde nur hauchdünn verpasst.

Neues Allzeithoch beim Goldpreis – Silber mit Nachholpotenzial

Angesichts der Rekordserie stellt sich die Frage, wann der Preis des “kleinen Bruders” zum Höhenflug ansetzt. Silber ist noch weit vom Allzeithoch bei rund 50 USD je Unze entfernt, aber zumindest das Zwischenhoch aus dem Jahre 2008 könnte wieder erreicht und übertroffen werden. Je höher der Goldpreis steigt, desto größer wird das Nachholpotenzial beim Silberpreis.


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