IBM: So steht es um „Big Blue“

5
Bildquelle: Pressefoto IBM

Als Anleger von IBM (WKN 851399) muss man weiterhin langen Atem haben. Auch die jüngsten Bilanzdaten lasen sich alles andere als erfreulich. Der IT-Konzern musste nun schon das dreizehnte Quartal in Folge mit sinkendem Umsatz verkraften. Auch beim Gewinn sieht es mager aus.

Die Zahlen im Detail: Von April bis Juni sanken die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 20,81 Milliarden Dollar, der Gewinn ging sogar um 17 Prozent zurück auf 3,45 Milliarden Dollar. Jetzt das „aber“:

Die Analysten hatten weniger erwartet! Und diese Erkenntnis sorgt ja meist an der Börse dann für gute Stimmung, denn besch…. ist besser als super-besch……

Chart: Guidants
Chart: Guidants

Seitens IBM gab es gestern den lapidaren Satz zu hören, die Ergebnisse zeigen, dass man sich weiter im Wandel befinde. Ja, man soll weg vom öden PC-Geschäft hin zum modernen Anbieter von Daten-Analyse und Cloud-Services. Irgendwie hört sich das ein bisschen nach einer zweiten Nokia-Story an, weg vom Kerngeschäft… – aber man weiß es ja nicht. Die IBM-Jungs verdienen schließlich ja noch gutes Geld. Auch wenn das Ganze nur geschah, weil das Management die Kosten senkte – beispielsweise die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um knapp fünf Prozent. Das wiederum kann auf Dauer nicht guttun. Umso erstaunlicher, dass die Aktie seit Jahresbeginn immerhin ein Plus von 8 Prozent aufzuweisen hat. Na bitte – das sind die gestrigen Abschläge von 5 Prozent fast schon wieder abzuhacken…

Folgen Sie uns auch auf Guidants: Unseren Experten-Desktop auf der personalisierbaren Investment- und Analyseplattform finden Sie hier

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot mit dem Namen “Die Börsenblogger Auf die Schnelle” (Wochentags) und “Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: Pressefoto IBM


5 KOMMENTARE

  1. Das 13te Quartal in Folge sinken die Umsätze, der Gewinn sinkt ebenfalls. Der Weg hin zu Software und Dienstleistungen, weg von der Hardware mag richtig sein, natürlich kostet das Umsatzanteile (und auch Gewinne). Die Cloudgeschäfte wachsen um 50% und ohne Wechselkurseinflüsse wären es sogar 70% gewesen. ABER… insgesamt sind die Erlöse in der Sparte Software um 10% gefallen ggü. dem Vorjahr. Das ist schon beängstigend, denn IBM glänzt zur Zeit nur durch Kosteneinsparungen und Aktienrückkäufe. Die Neuausrichtung greift (noch) nicht, sollte sie nach so vielen Jahren aber mal endlich.

    Ich stehe bei IBM weiterhin am Seitenrand und habe nicht das Gefühl, hier eine große Chance verpasst zu haben. Oder zu verpassen… Ich wäre aber auch nicht unglücklich, wenn sich Warren Buffetts Riecher am Ende doch wieder einmal als der richtige erweist, auf lange Sicht. Aber Buffett kauft ja auch nicht, weil er auf Kurssteigerungen setzt, sondern weil er das Unternehmen besitzen will. Bis in das letzte Quartal hinein hat er ja fleißig weitere IBM-Aktien eingekauft – ich denke manchmal, dass der Kurs viel stärker abschmieren müsste, wenn nicht IBM und Buffett immer kaufen würden.

  2. „Auch wenn das Ganze nur geschah, weil das Management die Kosten senkte – beispielsweise die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um knapp fünf Prozent. Das wiederum kann auf Dauer nicht guttun.“

    Naja, wenn ich einen nicht unwesentlichen Teil meines Geschäftes verkaufe, sinken die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung absolut betrachtet auch. Anteilig am Umsatz gesehen wurde das Budget ohnehin um einige Basispunkte erhöht.

    Der Vergleich mit Nokia hinkt übrigens extrem. Man vergleiche die Switching Costs, die man bei der Nutzung eines Mobiltelefons als Privatperson hat, mit jenen, die beispielsweise die Lufthansa hätte, nachdem sie nun die gesamte IT mehr oder weniger auf IBM outgesourct hat.

    @Michael: Die Erlöse der Softwaresparte waren bereinigt um Währungseffekte gleichbleibend. Angesichts der Tatsache, dass sich der starke Dollar zweifach auswirkt (einmal direkt auf die Zahlen über die Abwertung des tatsächlich gemachten Geschäfts und einmal indirekt über den Rückgang der potenziellen Nachfrage), finde ich das vertretbar.

  3. @Daniel: Der Vergleich mit Nokia bezieht sich darauf, dass man bei den Finnen auch jahrelang dachte, man käme aus dem Loch wieder heraus, und nicht analytisch gesehen. Wir sehen nun, was passiert ist bei Nokia…

  4. @Christoph: Das habe ich schon verstanden 🙂 Nur meinte ich eben, dass man die beiden Situationen nicht vergleichen kann. Nokia hat eine Commodity hergestellt, die keine übermäßige Kundenbindung erlaubt hat (normale Handys) und musste versuchen, mit einer weiteren Commodity (Smartphone) gegen übermächtige größere Gegner Marktanteile zurückzugewinnen. IBM verkauft teils hochspezifische Dienstleistungen und Gerätschaften an Großkunden, die es sich schlichtweg nicht leisten können, auf einen anderen Anbieter umzusteigen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here