Die Lehre der letzten Woche: Angst lohnt sich nicht!

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Bildquelle: Dirk Eusterbook

Ob Grexit, Brexit oder Chinas Manipulierung des dortigen Aktienmarktes – wir Anleger leben in einer Welt voller Gefahren. Doch der Mensch strebt von seiner Natur her stets nach der Lösung und einem Ausweg. Fest steht, dass es eines Tages wieder zu einer Finanzkrise kommen muss. Alles – ob in der Natur oder an der Börse, kehrt irgendwann wieder zum Equilibrium zurück. Wie auch die Geburt und der Tot. Eines haben uns die letzten Wochen aber erneut gezeigt:

Die Welt geht nur selten unter, so laut die Medien auch schreien mögen, und so groß deshalb all die Ängste vor den realen Gefahren sein mögen. Ziehen wir – zur Ausnahme ganz wertungslos – Bilanz:

Griechenland wird gerettet. Chinas Aktien haben sich stabilisiert. Chinas Konjunktur stabilisiert sich. Die US-Quartalszahlen fallen überraschend robust aus. Janet Yellen will die Zinsen in 2015 anheben. Findet man unter dem Teppich all dieser Entwicklungen einen großen Haufen Bullshit? Zweifelsohne.

Dennoch lohnt es sich für Anleger nicht am sicheren Ufer darauf zu warten bis der Bullenmarkt endlich sein bitteres Ende nimmt. Die Börse kann länger irrational sein als sich Investoren leisten können, skeptisch zu sein. So lange das Risiko im Depot passend gewichtet ist, muss man am Ball bleiben. Denn auch von es viele realen Gefahren gibt, werden die meisten unserer Ängste niemals wahr. Ängste sind nichts weiter als Geschichten die wir uns selbst erzählen. Richtig gewertet, ist der gekonnte Umgang mit Angst sogar ausgesprochen hilfreich.

Gerade weil die Angst so groß war, blicken wir nun an der Wall Street auf einen ausgesprochen erfreulichen Juli. Fondsmanager halten soviel Bargeld wie schon seit Ende 2008 nicht mehr, als die Wall Street kurz vor der Bodenbildung stand. Zudem sind 42 Prozent der Privatanleger neutral positioniert. In anderen Worten: Kombiniert viel Geld das wieder angelegt werden will.

Für den Nasdaq Composite war es sogar einer der besten Wochen seit Oktober letzten Jahres! Ob Google, Netflix oder sogar Intel – die Quartalszahlen fielen überraschend robust aus. Trotz des festen US-Dollars konnten auch General Electric und Honeywell die Ziele des Marktes übertreffen. Bei J.P. Morgan, der Bank of America und bei der Citigroup wurden die Erwartungen ebenfalls geschlagen.

Im Übrigen auch deshalb, weil überängstliche Analysten die Messlatte insgesamt viel zu niedrig gehängt haben. Die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 Index sollen im zweiten Quartal um 4,4 Prozent sinken oder – exklusive des Energiesektors – um 1,5 Prozent wachsen. Wie bereits im ersten Quartal sind diese Ziele zu niedrig.

Das werden wir in den kommenden Wochen auch bei dem angeschlagenen Energie-Sektor sehen. Die Gewinne werden zwar einbrechen, aber sicher nicht um die angepeilten 65 Prozent! Kein Sektor ist an der Wall Street wird derart gehasst und untergewichtet. Genau deshalb greife ich dort zu, denn zumindest kurzfristig ist eine technische Gegenbewegung überfällig.

In diesem Sinne, Ihnen allen ein erholsames Wochenende!
Aus New York, von der Wall Street,
Ihr Markus Koch

MarkusKochEin Beitrag von Markus Koch.

Er ist das Gesicht der Wall Street. 1996 berichtete Markus Koch erstmals fürs Fernsehen von der New Yorker Aktienbörse. Seitdem steigt seine Bekanntheit und Beliebtheit stetig. Sein Themenspektrum umfasst weit mehr als nur die Wall Street und Börse. Auch die übergeordneten Themen aus internationaler Wirtschaft und Politik bezieht er in seine Beiträge ein. Bei Markus Koch Members erleben Sie die Welt der Börse und Finanzen mit Markus Koch. Erfahren Sie, was die Märkte bewegt, wo die Hintergründe liegen und wie Sie davon profitieren können.

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Bildquelle: Dirk Eusterbrock, Markus Koch


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