Wir haben einen detaillierten Grexit-Plan

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lässt verlauten, man habe einen detaillierten Plan für ein Grexit-Szenario.

Die US-Notenbank beobachtet China und Griechenland genau. Morgan Stanley glaubt, dass deswegen der Leitzins erst im ersten Quartal 2016 angehoben wird. Jon Hilsenrath, das gut informierte Sprachrohr der US-Notenbank beim Wall Street Journal, bezeichnet die US-Notenbank derzeit als vorsichtig, aber unaufgeregt. Jeff Grundlach, der bekannte Anleiheinvestor, sieht die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September bei unter 25%. Alexis Tsipras sagte im Parlament, er habe keinen geheimen Plan. Mich beschleicht der Verdacht, dass er gar keinen Plan hat. Vieles hängt an von der politischen Ansteckungsgefahr ab, die von Griechenland ausgehen könnte. 62% der Franzosen sind Meinungsumfragen zufolge gegen einen Schuldenschnitt in Griechenland. 73% der Deutschen sind dagegen, 60% der Deutschen wollen, dass Griechenland die Eurozone verlässt.

Und JP Morgan ist die erste große Investmentbank, die ihren Kunden gestern riet, Abstand von europäischen Aktien zu nehmen, auch wenn diese günstig seien. JP glaubt, die nächsten drei bis sechs Monate könnten richtig ungemütlich werden, wenngleich gemütlicher als 2011 und 2012, aber trotzdem schlimm. JP Morgan erachtet es jetzt als sein Basisszenario, dass der Grexit kommt.

Jeff Grundlach sagt mit Blick auf einen Grexit, dass eine Kakerlake niemals nur einzeln auftritt. Ein Grexit werfe sofort die Suche nach dem nächsten Austrittskandidaten auf. Kurzfristig sei der Grexit gut, weil er die Planungssicherheit der Wirtschaft verbessere, langfristig schade er der Eurozone aber gewaltig.

BNP Paribas glaubt, dass die Volatilität, die im DAX in den letzten zwei Handelstagen schon gut 1000 Punkte groß war, bis zum 20. Juli Tag für Tag immer noch ein bisschen mehr zunehmen werde. Das liege daran, dass Athen an diesem Tag 3,5 Milliarden EUR an die EZB überweisen muss.

Die Not scheint so groß, dass selbst der geldpolitisch stark verwässerte japanische Yen jetzt wieder als sicherer Hafen angesteuert wird. Jedenfalls brach USD/JPY gestern die Unterstützung bei 121,84 JPY und wenn die Korrelation von USD/JPY mit dem US-Aktienmarkt anhält dann ist das für Chartanalysten von Goldman Sachs ein Frühindikator dafür, dass die großen Aktienindizes an der Wall Street bald ihre 200-Tage-Linien nachhaltig unterschreiten werden.

Quelle: Guidants Index-Analysen
Quelle: Guidants Index-Analysen

Beim Dow Jones sehen wir das bereits, er schloss gestern das zweite Mal in sieben Handelstagen unter der 200-Tage-Linie, der S&P 500 Index gestern das erste Mal. Der Nasdaq Composite muss erst noch 2% fallen, bevor er unter die 200-Tage-Linie fällt, der Hang Seng in Hong Kong ist schon 10% darunter, die Shanghaier Börse notiert noch leicht darüber, obwohl sie gestern erstmals darunter schloss. Der Nikkei in Japan ist noch 5,5% über seiner 200-Tage-Linie und so gesehen der stärkste Index innerhalb der Schwergewichte weltweit, kein Wunder, die japanische Notenbank kauft ja fast täglich Aktien selbst, um alles gut aussehen zu lassen.

Autor: Jochen Stanzl, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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