Warum Warren Buffett mit „Sell in May“ nichts anzufangen weiß

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der DAX hat vom Jahreshoch mittlerweile bereits mehr als zehn Prozent eingebüßt. Hätte man dies nicht erwarten können? Zum einen begannen im Mai ohnehin die schwachen Börsenmonate, wie der altbekannte Börsenspruch „sell in may and go away“ verrät. Zudem gab es eine Wende bei den zuvor den Aktienmarkt unterstützenden Trends der Zinsen, des Euro und des Ölpreises? Und zudem war da natürlich noch Griechenland als Sonderbelastung.

Rückblickend betrachtet eine klare Sache: Als Anleger hätte man sich von Aktien trennen müssen, oder? Doch wenn dies alles so einfach ist, warum ist uns kein Investor bekannt, der mit Marktprognosen kontinuierlich richtig liegt und viel Geld verdient? Ganz so einfach ist es offenbar nur im Rückblick. Zudem besteht das Risiko, nach einem Verkauf an der Börse den Wiedereinstieg und dann den nächsten Börsenaufschwung zu verpassen.

Nach unserer Erfahrung gewinnen Anleger an der Börse in erster Linie mit der Auswahl der richtigen Aktien. Genauso hat auch Warren Buffett, der wohl erfolgreichste Aktieninvestor aller Zeiten, sein Milliarden-Vermögen aufgebaut. Bekanntlich folgt der Hanseatische Börsendienst diesem als Value Investing bekannten Anlagestil bereits seit sehr vielen Jahren. Unsere Erfahrungen bestätigen dabei die spektakulären Erfolge, die ein Warren Buffett bereits seit Jahrzehnten mit dieser Anlagestrategie erzielt. Seit dem Depotstart Anfang 1999 hat sich der DAX rund verdoppelt, während der Wert unseres Musterdepots im Wert nahezu um das 14-fache gestiegen ist. 10.000 Euro wären damit auf 137.920 Euro angewachsen. Und dies in einem Zeitraum, der gespickt war mit Börseneinbrüchen und Finanzkrisen.

Diese gegenüber dem DAX so deutlich bessere Performance wurde durch Aktienselektion erzielt und weniger durch das Timing des richtigen Ein- beziehungsweise Ausstiegszeitpunktes am Aktienmarkt. Als Markttiming wirkt dabei allein die Beobachtung, dass in hoch bewerteten Märkten irgendwann kaum mehr Aktien zu finden sind, die unseren strengen Auswahlkriterien entsprechen. Warren Buffett kauft dann gerne Aktien, wenn andere Anleger in Panik verkaufen und ist vorsichtig, wenn andere Anleger sehr optimistisch sind.

Auch in Sachen Griechenland sieht Warren Buffett keinen Grund zu Panik, wie er unlängst in einem Fernsehinterview mitteilte. Aus seiner Sicht könnte ein Ausscheiden Athens aus dem Euro insgesamt sogar konstruktiv sein, da sich dann die Mitgliedsländer besser auf eine Fiskalpolitik einigen könnten. Sollte es im Zuge eines Grexits (diese Wortschöpfung ist eine Verschmelzung von Greece und Exit) beziehungsweise einer Pleite Griechenlands zu Panikverkäufen und damit deutlich abrutschenden Aktienkursen kommen, dann dürfte ein Starinvestor wie Warren Buffett auf der Kaufseite stehen. Wir werden voraussichtlich nicht anders vorgehen.

RiegerEin Beitrag von Matthias Rieger

Er ist Chefredakteur des Hanseatischen Börsendiensts.

Der Hanseatische Börsendienst bietet Privatanlegern und Investoren seit 54 Jahren fundierte Tipps, Trends und Analysen rund um deutsche Spezial- und Nebenwerte. Er setzt sein value-orientiertes Anlagekonzept konsequent um. Das Musterdepot steigerte seinen Wert seit Anfang 1999 von 10.000 Euro auf knapp 100.000 Euro. Damit wurde der Depotwert rund verzehnfacht. Neugierig? Hier kostenloses Probeexemplar anfordern.

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Bildquelle: dieboersenblogger.de / HBD


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