Kein Grund zur Panik für Häuslebauer

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Beim Finanzdienstleister Dr. Klein sieht man den jüngsten Anstieg der Zinsen für Staatsanleihen des Bundes und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Baufinanzierungszinsen nicht ganz so eng. Schließlich seien die Finanzierungsbedingungen für Immobilienerwerber und Anschlussfinanzierer noch immer historisch günstig.

Die leichte Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen zeigte sich auch am Dr. Klein-Trendindikator „Baufinanzierung“ (DTB) Mai, mithilfe dessen die monatliche Entwicklung der wichtigsten Baufinanzierungs-Parameter beobachtet wird. Laut Dr. Klein-Angaben stieg die durchschnittliche Standardrate für ein Baudarlehen über 150.000 Euro mit 2 Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihung sowie mit einer zehnjährigen Sollzinsbindung erstmals seit fast zwei Jahren an (460 Euro). Im April waren es 439 Euro, im Mai 2014 allerdings noch 579 Euro.

Daneben hat man bei Dr.- Klein einen Anstieg beim durchschnittlichen Tilgungssatz festgestellt. Dieser sei sogar mit 2,81 Prozent auf einen neuen Höchstwert seit Beginn der Auswertung des DTB im Jahre 2009 geklettert. „Kreditnehmer nutzen das niedrige Zinsumfeld weiterhin für höhere Tilgungen, um ihr Baudarlehen innerhalb kürzerer Zeit abzuzahlen. Das ist auch gut so“, erklärt Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher bei Dr. Klein. „Gerade in Niedrigzinsphasen ist es wichtig, mit einem höheren Prozentsatz zu tilgen, da die Kombination aus niedrigen Zinsen und niedriger Tilgung die Darlehenslaufzeit unnötig verlängert.“

Die durchschnittliche Darlehenshöhe sinkt von ihrem Höchstwert aus dem Vormonat um 9.000 Euro auf 171.000 Euro und fällt damit wieder auf den Wert von Dezember 2014 zurück. Im Vergleich zum Vorjahreswert ist die Darlehnshöhe um 4.000 Euro gestiegen. Die durchschnittliche Sollzinsbindung verkürzt sich um sieben Monate und erreicht mit 13 Jahren und sieben Monaten wieder den Wert vom Februar dieses Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt ein deutlicher Anstieg um zwei Jahre und drei Monate, so Dr. Klein.

Der durchschnittliche Beleihungsauslauf reduziert sich laut Dr. Klein-Angaben im Mai um 1,12 Prozentpunkte auf 77,54 Prozent. Entsprechend brachten Darlehnsnehmer im Mai mit 22,46 Prozent 1,12 Prozentpunkte mehr Eigenkapital in Ihre Immobilienfinanzierung ein. „Die Entscheidung, mehr Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung zu investieren, ist sehr sinnvoll. Je mehr Eigenkapital in die Baufinanzierung fließt, desto besser die Zinskondition und desto geringer der Betrag, der für Zins und Tilgung aufgebracht werden muss. Ein Eigenkapitalanteil von 20 Prozent sollte möglichst nicht unterschritten werden“, rät Gawarecki.

Schließlich sinkt der Anteil an Annuitätendarlehen nach leichten Anstiegen in den letzten Monaten deutlich von 75,58 auf 71,56 Prozent. Forward-Finanzierungen hingegen nehmen innerhalb des letzten Monats um fast vier Prozentpunkte zu (3,93) und steigen auf 14,99 Prozent. Im Vorjahr betrug der Forward-Anteil 11,37 Prozent. „Offenbar sichern sich vor dem Hintergrund der aktuellen Zinsschwankungen Eigenheimbesitzer zunehmend vor dem Ablauf ihres bestehenden Darlehens  die noch historisch niedrigen Konditionen für ihre Anschlussfinanzierung durch ein Forward-Darlehen“, so Gawarecki.

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