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Schlussgong: Und täglich grüßt das Murmeltier – neues Allzeithoch beim Goldpreis

An der Wall Street in New York war gestern wenig los. Da die US-Börse Donnerstag am Thanksgiving Day geschlossen ist, wollten sich viele Investoren nicht direkt vor dem Feiertag neu positionieren. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq gingen jeweils mit leichten Gewinnen in die Feiertagspause.

Gold: 1.200 USD je Unze fast erreicht

Keine Pause kennt dagegen der Goldpreis. Ich könnte hier im Schlussgong fast jeden Tag mit der gleichen Überschrift beginnen: Neues Allzeithoch beim Goldpreis! Heute wurde die Marke von 1.190 USD geknackt. Es fehlen jetzt nur noch 10 USD je Unze bis zur nächsten runden Marke. Das bringt neue Schlagzeilen.

Und Schlagzeilen zum Thema Gold sind in diesen Tagen keine Rarität. In der Financial Times Deutschland (FTD) lautet heute eine Schlagzeile: “Inflationsangst lässt Hedge-Fonds Gold horten”. Das Handelsblatt kontert mit der Schlagzeile: “Eine Karawane mit Goldbarren verlässt Manhatten”.

Gold-Geschichten in den Massenmedien

Auffällig bei diesen Schlagzeilen: Es werden “Geheimnisse” gelüftet. Wann erfährt ein sterblicher Erdenbürger schon einmal, was die selbsternannten Großmeister der Börse, die fürstlich bezahlten Hedge-Fonds-Manager, in ihr Portfolio packen? Die Hedge-Fonds-Branche lässt sich nicht in die Karten schauen. Es kommt aber noch besser. Eine Umfrage der Dachfondsgesellschaft Moonraker ergab, dass 20 der 22 befragten Hedge-Fonds-Manager auch privat Gold erworben haben. Auch dieses “Geheimnis” hat die FTD gelüftet. Meine persönliche Einschätzung: Das ist Teil einer Werbekampagne. Die Hedge-Fonds haben sich mit Gold eingedeckt (das würde auch einen Teil der Kurssteigerungen erklären) und jetzt soll Otto Normalverbraucher die Strategie der Hedge-Fonds kopieren und ebenfalls Gold kaufen. Da die Fondsmanager auch privat Gold kaufen, muss das schließlich eine lohnende Sache sein. Wenn in einigen Wochen genug Investoren auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind und die Zusatz-Nachfrage für neue Rekordkurse sorgt, können die Hedge-Fonds ihre früh aufgebauten Positionen mit Gewinn auflösen.

Filmreif: Panzerwagen rollen durch Manhatten

Kommen wir zum Handelsblatt-Krimi: Die britische Großbank HSBC soll mit Panzerwagen die Goldbarren und Goldmünzen der privaten Kunden aus dem Hauptquartier in Manhatten abtransportiert haben. Das prestigeträchtige Lager soll für die Goldreserven der Großkunden frei werden. Jetzt wird sogar der Lagerplatz für Gold schon knapp. Auch bei dieser Geschichte kann man einen gewissen Werbe-Effekt erkennen. Während der Goldpreis über fast 10 Jahre relativ stetig nach oben gelaufen ist, erkennen wir im Chart seit einigen Wochen eine fast senkrechte Linie nach oben. Das typische Kennzeichen einer Blasenbildung. In der Endphase einer Hausse werden die höchsten Gewinne gemacht. Dann platzt die Blase…

Strategien: Trading-Positionen absichern, physische Bestände halten

Eine mögliche Strategie: Spekulative Gold-Trading-Positionen können Sie noch laufen lassen und den steilen Aufwärtstrend weiter nutzen. Sichern Sie die Positionen aber mit Stop-Loss-Marken ab. Niemand weiß, ob die Blase bei 1.200, 1.500 oder erst 2.000 USD je Unze platzt. Basis-Positionen können dagegen langfristig gehalten werden. Auch wenn der Goldpreis kurzfristig 30% fallen kann, bleibt der langfristige Aufwärtstrend bestehen. Das Papiergeldsystem ist angeschlagen. Ein Notgroschen in Form von Goldmünzen und Goldbarren kann unabhängig von Preisschwankungen als eine Art Lebensversicherung betrachtet werden.


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