Wall Street: Was will der Markt sehen?

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Bildquelle: Dirk Eusterbook

Der US-Arbeitsmarkt fiel im Mai robust aus. Schlecht für Aktien, weil die Renditen der Staatsanleihen steigen. Die Reaktion auf einen schlechten Arbeitsmarktbericht wäre ähnlich ausgefallen, denn dann steigt die Angst vor einer Rezession. Wie man den Spieß auch dreht, der Aktienmarkt hat kurzfristig schlechte Karten und befindet sich in einer Loose-Loose Situation:

Seit dem 19. Mai driftet der S&P 500 Index leicht nach unten, mit einer Serie von niedrigeren Hochs und tieferen Tiefs um die 2094 Punkte. Unterhalb von 2090 Punkten nimmt der Verkaufsdruck zu, was den Index rasch bis auf 2080-2085 Punkte drücken sollte. Die dortige Unterstützung ist robuster. Sollte aber auch diese Marke durchbrochen werden, ist der Weg frei bis auf 2000 Punkte. Eine positive Haltung kann man beim S&P 500 erst wieder einnehmen, wenn die Marke von 2122 Punkte nach oben durchbrochen wird.

Chart: Bloomberg
Chart: Bloomberg

Die Unentschlossenheit bei Anlegern dünnt zudem die Liquidität in vielen Bereichen des Kapitalmarktes aus, was die Ausschläge bei selbst unwichtigen Meldungen anfacht. Setzt sich ein bestimmtes Segment des Marktes in Bewegung – wie der Euro oder die deutschen Bundesanleihen – sehen wir einen Schneeball-Effekt in allen anderen Bereichen des Marktes. Selbst eine kleine Herde von Anlegern kann dann den Markt bewegen.

Die Tatsache, dass Anleger durch ETFs zunehmend Anleihen, Währungen oder Rohstoffe quasi wie Aktien handeln, facht auch die Schwankungsfreudigkeit dieser Asset-Klassen an. Wir sehen in diesen Märkten rasantere Kursausschläge. Wer meine Tipps bei Markus Koch Members verfolgt, wird aber sehen, dass man in diesem Umfeld gutes Geld verdienen kann:

Mein Öl Ultra-Short brachte einen Tagesgewinn von 4 Prozent ein. Nun habe ich die Seiten gewechselt, und setze auf eine technische Gegenbewegung. Der in den USA bekannte Öl-Trader Andy Hall vom 3,3 Milliarden Dollar-Hedgefonds Astenbeck Capital Management geht davon aus, dass der WTI-Ölpreis von derzeit rund 58 Dollar schrittweise auf 65 Dollar steigen wird. Ein anderes Beispiel für gutes Geld verdienen:

Die Etablierung des Euro Ultra-Short-ETFs hat mir rund 3-4 Prozent eingebracht. Auch diese Position habe ich nach einer Halterdauer von 2-3 Tagen geschlossen. Was Aktien betrifft, habe ich die Verluste der letzten Tage genutzt, um meine Position in Salesforce.com auszuweiten. Last but not least: Tesla Motors steht auf meiner Abschussliste. All das, mit rund 50 Prozent meines Depots in Cash. Die Talfahrt des S&P 500 ging an mir bisher nahezu spurlos vorbei.

Mein Rat auf Markus Koch Members zu einer defensiven Haltung hat sich ausgezahlt. By the way: Da ich nicht mit dem unmittelbaren Ende des Bullenmarktes rechne, nutze ich die schwachen Tage im S&P 500 um bei meinen Lieblingsaktien zuzugreifen.

In diesem Sinne, Ihnen allen ein erholsames Wochenende!
Aus New York, von der Wall Street,
Ihr Markus Koch

MarkusKochEin Beitrag von Markus Koch.

Er ist das Gesicht der Wall Street. 1996 berichtete Markus Koch erstmals fürs Fernsehen von der New Yorker Aktienbörse. Seitdem steigt seine Bekanntheit und Beliebtheit stetig. Sein Themenspektrum umfasst weit mehr als nur die Wall Street und Börse. Auch die übergeordneten Themen aus internationaler Wirtschaft und Politik bezieht er in seine Beiträge ein. Auf www.markuskoch.de erleben Sie mit Markus Koch die Welt der Börse und Finanzen. Erfahren Sie, was die Märkte bewegt, wo die Hintergründe liegen und wie Sie davon profitieren können.

Bildquelle: Dirk Eusterbrock


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