Schlussgong: Hochtief-Tochter geht an die Börse – wichtiger Prüfstein für den Aktienmarkt

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Gestern hatte sich bereits im Späthandel angedeutet, dass der DAX die Marke von 5.800 Punkten nicht verteidigen kann. Der deutsche Leitindex geriet dann im Tagesverlauf auch stärker unter Druck und sackte auf 5.745 Punkte ab. Im Späthandel drehte sich dann aber der Wind. Der X-DAX verbuchte sogar ein kleines Plus und erreichte fast wieder die umkämpfte Marke von 5.800 Punkten.

Größter Börsengang seit 2 Jahren

Der DAX befindet sich charttechnisch in einer Warteschleife und bräuchte für einen Ausbruch nach oben einen positiven Impuls. Ein solcher Impuls könnte Anfang Dezember erfolgen, wenn der Börsengang der Hochtief-Tochter Concessions ein Erfolg wird. Die Flughafensparte des größten deutschen Baukonzerns will an der Börse rund 600 Mio. Euro einsammeln. Das wäre der größte Börsengang seit 2 Jahren. Wenn der Börsengang eine Erfolgsgeschichte wird, wäre das ein weiteres Zeichen, dass an den Finanzmärkten langsam wieder Normalität einkehrt. Eine Börse, die selbst Qualitätsunternehmen nicht aufnehmen kann, zeigt dagegen ganz klar eine Krise an.

Weitere Börsenkandidaten warten bereits

Hochtief betätigt sich also als Eisbrecher. Wenige Tage später will dann der dänische Versorger Scan Energy sein Glück an der deutschen Börse versuchen. Wenn das auch noch klappt, erwarte ich im 1. Quartal 2010 eine ganze Serie von Börsengängen. Die Pipeline ist voll. Zu den Gewinnern würden auch die großen Banken zählen, die die Börsengänge begleiten. Eine neue Einnahmequelle, die nicht vom Staat abhängt (oder von niedrigen Zinsen), wäre für die Branche sehr hilfreich.

Börsengang Flatex: Warnung war berechtigt

Schlussgong-Leser mit einem sehr guten Gedächtnis werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass das Thema Börsengang bereits im Sommer einmal behandelt wurde. Im Juni gab es den Mini-Börsengang des Online-Brokers Flatex. Der Aktienkurs hat sich so entwickelt, wie ich es im Juni befürchtet habe: Der Kurs ist trotz guter Börsenstimmung von 3,90 auf 2,86 Euro abgestürzt. Auf die fundamentalen Daten kann ich hier nicht eingehen (da Flatex keine Quartalszahlen veröffentlicht, wäre das auch ein Stochern im Nebel), aber mir reichten im Sommer schon die Rahmenbedingungen, um größte Bauchschmerzen zu bekommen: Die Flatex-Insider haben Ende 2008 nur 1 Euro je Aktie gezahlt, die “freien” Aktionäre mussten ein halbes Jahr später fast 4 Euro je Aktie zahlen.

Bei einem Kurs von 2,86 Euro bedeutet das: Die Alt-Aktionäre realisieren bei einem Verkauf phantastische Gewinne, die Neu-Aktionäre sitzen auf hohen Verlusten. Eine unschöne Geschichte… Es ist toll, wenn Insider Geld in ein Unternehmen stecken, doch dann sollten die Konditionen für alle Beteiligten halbwegs ähnlich sein.


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