Warum Apple, Google und Co. nicht in Österreich beheimatet sind…

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Lektüre der österreichischen Tageszeitungen bescherte uns allen in den vergangenen Tagen einige tiefschürfende Erkenntnisse. Etwa jene: Laut einer OECD-Statistik sind Österreichs Vermögen besonders ungleich verteilt. Nur in den USA und in den Niederlanden ist der Unterschied zwischen „Reichen“ und „Armen“ größer.

Bei der Verteilung der Einkommen hat sich hingegen wenig geändert. Was den Unterschied zwischen höchsten und niedrigsten Einkommen betrifft, sieht die Situation nämlich ganz anderes aus: In einer Reihung nach Gini-Koeffizient (dieser stellt die Unterschiede in einer Zahlenreihe, beispielsweise Einkommen, dar) nimmt Österreich unter 30 Ländern den 20. Platz ein, die Einkommensunterschiede sind hierzulande also verhältnismäßig gering.

Was können Anleger aus solchen Untersuchungen ablesen? Börsennotierungen, egal ob Aktienkurse, Edelmetalle oder Rohstoffe, werden in hohem Ausmaß von psychologischen Faktoren bestimmt, wobei Aktien und Edelmetalle besonders stark auf „klimatische“ Rahmenbedingungen reagieren. Zählen Größen wie Einkommens- und Vermögensverteilung zu diesen Rahmenbedingungen? Was die Vermögensverteilung betrifft: Lassen sich negative Einflüsse einer hohen Ungleichheit auf Wirtschafts- und Börsenklima feststellen? Auffällig ist, dass ausgerechnet das Land mit der höchsten Vermögens-Ungleichverteilung, nämlich die USA, zugleich die höchsten Wachstumsraten der Wirtschaft aufweist. Das ist nicht ganz unlogisch, denn Firmen wie Apple, Microsoft, Facebook, Google, Amazon, eBay etc. haben ihre Gründer enorm reicht gemacht, gleichzeitig aber zahlreiche neue Arbeitsplätze und ganze Wirtschaftszweige neu geschaffen – in denen zahlreiche Menschen teils recht gut bezahlte Jobs gefunden haben. Auf das Wirtschafts- und Börsenklima hat das evidentermaßen keinerlei negative Auswirkungen, die Wall Street hat eine der größten Rallys in ihrer Geschichte hinter sich. Gleiches gilt für die Einkommensverteilung: Auch hier zählen die USA zu den „ungleichsten“ Ländern.

Dennoch zieht die OECD den Schluss, eine gleichmäßigere Verteilung sei für die Wirtschaft besser. Der Verdacht, dass sich da eine politische Schlagseite in die ökonomische Argumentation eingeschlichen hat, liegt nah. Daraus lassen sich freilich verhängnisvolle Handlungsimpulse für die Politik ableiten. Die österreichische Regierung hat im Zuge der Steuerreform eine Umverteilung durch fiskalische Maßnahmen versucht. Politisch lässt sich das nett verkaufen (die Mehrheit wird immer dafür sein, der Minderheit etwas wegzunehmen), und es steht zu befürchten, dass die Maßnahmen sowie das bewusst geschürte Klima von Neid und Missgunst tatsächlich mehr Gleichheit schaffen werden. Und zwar dadurch, dass die hierzulande vor allem von der SPÖ geschürte Hetzpropaganda gegen „die Reichen“ dazu führen wird, dass größere Vermögen ganz einfach abgezogen werden. Umverteilung durch fiskalische Maßnahmen ist weder nachhaltig noch effizient.

Die Lage der „Armen“ kann nur durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze verbessert werden – beispielsweise dadurch, dass Geld für Investitionen an der Börse aufgebracht wird. Das hilft der Wirtschaft – und den Aktionären. Da gibt es nämlich eine untrennbare Verbindung, und wer das ignoriert, gefährdet ein ganzes Land.

Franz C . Bauer, Trend RedakteurEin Beitrag von Franz C. Bauer

Franz C. Bauer ist Chefkolumnist des Austria Börsenbriefs

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