Der Boden ist noch nicht erreicht!

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Bildquelle: Dirk Eusterbook

Meine Zurückhaltung zahlt sich aus. Der Dow Jones blickt auf den größten Wochenverlust seit eineinhalb Monaten – der Boden ist aber noch nicht erreicht. In den kommenden fünf Handelstagen muss schließlich die New Yorker Wall Street zahlreiche Mega-Ereignisse verdauen:

Die EZB tagt am Mittwoch. Dann werden am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten gemeldet. Parallel findet die OPEC-Tagung statt und Griechenland muss 300 Millionen Euro an den IWF zurückzahlen.

Diese Ereignisse sind allesamt marktbewegend. Erschwerend kommt hinzu, dass die Liquidität wegen der Unentschlossenheit der Anleger extrem dünn ist. Der Trend wird durch die Index-Fonds und durch die computerisierten Handelsprogramme verstärkt. In anderen Worten:

Ziehen die Volumen an, weiten auch die Maschinen automatisch die Auftragsvolumen aus. So findet eine schleichende Konzentrierung des Handels auf die erste und letzte Stunde statt, mit einem Vakuum über den restlichen Tag hinweg. Kaum zu glauben, aber bei den Aktien im S&P 500 Index finden 60 Prozent aller Trades an der Wall Street in den 30 Minuten zwischen 15:30 Uhr und 16:00 Uhr statt. So führen selbst kleinste Meldungen zu großen und durchaus auch irrationalen Reaktionen!

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Interessant ist zudem: Der S&P 500 konnte die Hochs der letzten Woche nicht einnehmen, was kein gutes Omen ist. Bricht der Index unter 2097 Punkte, wird der 50-Tagesdurchschnitt nach unten durchbrochen, mit dem 100-Tagesdurchschnitt dann bei 2080 Punkten. Dort liegt auch die Unterstützung der Mai-Tiefs. Wie auf Markus Koch Members schon oft hervorgehoben, bereitet mir die schwache Performance des Dow Jones Transport Index ernsthafte Kopfschmerzen. Denn:

Wir hatten ein Deathcross, in mit der 50-Tagesdurchschnitt den 200-Tagesdurchschnitt von oben nach unten durchbrochen hat. Der Weg bis auf 8000 Punkte ist nun frei. Basierend auf der Dow Theorie, sollte der Gesamtmarkt folgen! Was die Talfahrt kommende Woche beschleunigen sollte, sind automatische Adjustierungen, die jeweils zum Monatsende in den leitenden Indizes stattfinden.

Auf dem Parkett ist zu hören, dass der Verkaufsdruck dadurch zunehmen wird. Historisch betrachtet tendierte der S&P 500 Index im Juni übrigens in 60 Prozent der Fälle schwächer – mit einem durchschnittlichen Verlust von 1,3 Prozent. Die Aktien der Industrie- und Grundstoffwerte tendieren derweil in 80 Prozent der Fälle schwächer, mit einem durchschnittlichen Verlust von 2,4 Prozent bzw. 1,9 Prozent. Im Juni ging es in den vergangenen zehn Jahren nur in zwei Sektoren bergauf. Elektroversorger und Energie-Werte stiegen in 60 Prozent der Fälle, und zwar um durchschnittlich 1,3 Prozent bzw. um 0,8 Prozent.

In diesem Sinne, Ihnen allen ein erholsames Wochenende!
Aus New York, von der Wall Street,
Ihr Markus Koch

MarkusKochEin Beitrag von Markus Koch.

Er ist das Gesicht der Wall Street. 1996 berichtete Markus Koch erstmals fürs Fernsehen von der New Yorker Aktienbörse. Seitdem steigt seine Bekanntheit und Beliebtheit stetig. Sein Themenspektrum umfasst weit mehr als nur die Wall Street und Börse. Auch die übergeordneten Themen aus internationaler Wirtschaft und Politik bezieht er in seine Beiträge ein. Auf www.markuskoch.de erleben Sie mit Markus Koch die Welt der Börse und Finanzen. Erfahren Sie, was die Märkte bewegt, wo die Hintergründe liegen und wie Sie davon profitieren können.

Bildquelle: dieboersenblogger.de / Dirk Eusterbrock


4 KOMMENTARE

  1. Als langfristig orientierter Anleger, der eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgt, müssen einen kurzfristige Börsentrends nicht übermäßig interessieren. Ich bin als Blogger selbständig und zahle regelmäßig zwecks privater Altersvorsorge in einen ETF-Sparplan ein und nehme nur ein- bis zweimal pro Jahr Korrekturen an meinem Portfolio vor. Von einer Anlage in Einzelwerte bin ich nicht überzeugt. Dabei als Kleinanleger eine vernünftige Risikostreuung zu erreichen, ist schon eher schwierig. Wenn ich dagegen in ETFs auf den MSCI World Index und den MSCI Emerging Markets Index investiere, habe ich mit nur zwei Fonds eine super Risikostreuung realisiert und bin nicht nur an Blue Chips der Industrieländer, sondern auch der Schwellenländer beteiligt.

  2. Sehr ausführlicher Artikel, wer sich für die Investmentfonds entscheidet, kann von den Vorteilen profitieren, dass sie als Sondervermögen konkurssicher sind und durch die monatliche Übersicht bzw. Wertentwicklung eines Fonds, ist für die umfassende Transparenz gesorgt.

    Ich finde das Investieren in Investmentfonds ist eine gute Sparvariante um sich ein Ruhestands-/vermögen aufzubauen, da man nach Ablauf des Vertrages frei über sein Vermögen verfügt. Geduld zahlt sich am Ende aus.

  3. Fonds sind sehr interessant zumal sie sehr pflegeleicht sind und eine gute Basis für ein Ruhestands/Vermögen sein können. Wer sich rechtzeitig an Fonds beteiligt, kann sich ein kleines Vermögen aufbauen und später im Alter auf das angesparte setzen. Da die stattliche Versorgung immer mehr in Frage gerät.

  4. Ich habe mich neulich mit dem Thema, investieren in Investmentfonds und ETF´s beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt wie pflegeleicht die sind. Ich finde auch die Strategie Buy-and-Hold-Strategie zahlt sich für die meisten auch aus.

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