Wochenrückblick KW22: Sell in May bei der Commerzbank

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Eigentlich hätte der Börsenmonat Mai die Anleger auf breiter Front enttäuschen müssen. Doch entgegen aller Erwartung, die die Börsenweisheit „Sell in May and go away“ verspricht, war der Mai 2015 besser als sein Ruf. In diesem Jahr hätte es besser „Sell in April“ geheißen, denn während der DAX im April mehr als 4 Prozent einbüßte, trat er im Mai auf der Stelle. Das sah im österreichischen ATX ähnlich aus. Der Schweizer SMI konnte im Mai sogar deutlich zulegen. Ähnlich der deutsche TecDAX: Nach leichten Abschlägen im April konne der Technologieindex im Mai rund 7 Prozent aufsatteln. Man sieht: Börsenweisheiten sind gut, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.
Bei der Commerzbank (WKN CBK100) war der Monat Mai ein verlorener Monat. Trotz zwischenzeitlicher Ausschläge nach oben konnte die Aktie sich nicht vom Fleck bewegen. Damit wurden die Verluste aus dem April weiter zementiert. Die Hoffnung ruht nun auf den Sommermonaten. Doch die sind traditionell eher schwach. Für Commerzbank-Anleger keine guten Aussichten. Das Enttäuschungspotenzial ist unverändert groß.

Aus Deutschland

SAP-Konkurrent Salesforce.com sorgte zuletzt mit starken Quartalsergebnissen und Übernahmegerüchten für Schlagzeilen. Doch auch das DAX-Unternehmen (WKN 716460) hat im Kampf um die Vorherrschaft im weltweiten Cloud-Geschäft ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Bei Europas größtem Softwarekonzern und der weltweiten Nummer vier hinter den US-Größen Microsoft, Oracle und IBM dreht sich derzeit fast alles um das Wachstum im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft. Mehr dazu hier.
Neben der Portfolioneuordnung und dem Erfolg seiner Pharma-Produkte kamen Bayer (WKN BAY001) zuletzt positive Wechselkurseffekte zugute. Auch diese sollten dafür sorgen, dass das Unternehmen weiterhin sehr gute Chancen im Kampf um die größte Marktkapitalisierung im DAX hat. Mehr dazu hier.
Dank des Wachstums in den Schwellenländern, des boomenden Online-Handels und der positiven Aussichten für den Zukunftsmarkt mobiles Bezahlen wird dem Zahlungsabwickler Wirecard (WKN 747206) von Analystenseite reichlich Potenzial beigemessen. Allerdings geriet die langjährige Kursrallye der im TecDAX gelisteten Wirecard-Aktie zuletzt ins Stocken. Unsere Einschätzung dazu hier.
Nachdem der Online-Modehändler Zalando (WKN ZAL111) immer wieder unter Beweis gestellt hatte, dass er stark wachsen kann, überzeugte das Unternehmen zuletzt auch mit optimistischeren Zielen in Sachen Profitabilität. Kein Wunder, dass der SDAX-Wert seit Wochen fast nur den Weg nach oben kennt. Die anhaltenden Spekulationen rund um einen MDAX-Aufstieg sorgen für zusätzliches Kurspotenzial. Unsere Einschätzung dazu hier.

Internationales

US-Starinvestor Carl Icahn hatte sich zuletzt wieder einmal beschwert, dass Apple (WKN 865985) trotz einer Marktkapitalisierung von rund 750 Mrd. US-Dollar immer noch nicht angemessen bewertet ist und Konzernchef Tim Cook daher doch bitte weitere Aktien zurückkaufen soll. In einem anderen Punkt gibt es jedoch wenig Grund, sich zu beschweren. Mehr dazu hier.
Der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch (WKN 865126) möchte den Hype rund um die „Apple Watch“ sowie die schlauen Uhren insgesamt nutzen und im Sommer seine eigene Smartwatch auf den Markt bringen. Damit soll endlich auch der seit Anfang 2014 anhaltende Kursverfall der Swatch-Aktie ein Ende haben. Unsere Einschätzung dazu hier.
Der kanadische Goldminenbetreiber Barrick Gold (WKN 870450) hat es sich vorgenommen seine Schulden in diesem Jahr um mindestens 3 Mrd. US-Dollar zu senken. Dazu wurden ein großer Ausverkauf seiner Minen und die Suche nach Joint-Venture-Partnern gestartet. Trotzdem gibt es ein Comeback der Aktie wohl erst, wenn auch die Goldpreise endlich wieder anziehen. Unsere Einschätzung dazu hier.
Die Stärke beim Goldpreis Mitte Mai hatte keinen Bestand, dies wirkt sich natürlich auch auf die Einzelwerte im Goldsektor aus. Noch schlechter als der Goldpreis selbst entwickelten sich die Edelmetallwerte in Form des NYSE ARCA Gold BUGS Index (HUI) in den vergangenen Monaten. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

Die Berichtssaison ist weitgehend durch. In der kommenden Woche berichten u.a.: Gagfah, (Montag); Dollar General, Guess?, Medtronic (Dienstag); Brown-Forman, Dresser-Rand, voestalpine (Mittwoch); Ciena, Cooper, J.M. Smucker, Navistar (Donnerstag). Daneben finden noch einmal zahlreiche Hauptversammlungen statt.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
09:55 DE Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Mai)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Mai)
14:00 DE Verbraucherpreise (Mai)
14:30 US Persönliche Einnahmen (April)
14:30 US Private Konsumausgabe (April)
16:00 US ISM-Index verarb. Gewerbe (Mai)

Dienstag
09:55 DE Arbeitsmarktdaten (Mai)
11:00 EU Erzeugerpreise (April)
11:00 EU Verbraucherpreise (Mai)
16:00 US Auftragseingang Industrie (April)

Mittwoch
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Dienste (Mai)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Dienste (Mai)
10:00 EU Einkaufsmanagerindex Gesamt (Mai)
11:00 EU Einzelhandelsumsatz (April)
11:00 EU Arbeitsmarktdaten (April)
13:45 EU EZB Zinsentscheid
14:15 US ADP-Arbeitsmarktreport (Mai)
14:30 US Handelsbilanz (April)
16:00 US ISM-Index Dienstleistungen (Mai)
20:00 US Beige Book

Donnerstag
14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 US Produktivität (Q1)

Freitag
00:00 EU 167. OPEC-Treffen in Wien
08:00 DE Auftragseingang Industrie (April)
11:00 EU BIP (Q1)
14:30 US Arbeitsmarktdaten (Mai)
21:00 US Verbraucherkredite (April)

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1 KOMMENTAR

  1. Die Ansicht, dass die Sommermonate schwach werden, teile ich. Erstens Grexit und zweitens der Einfluß der Realwirtschaft. Der große Exportüberschuß von D wird sich früher oder später bemerkbar machen.

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