Aktien im freien Fall, Öl auf Rekordjagd

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Der Dax hat vor der laufenden Korrektur eine Rallye von 30 Prozent hingelegt. Das kann auch Öl. Hier steht der Kurs heute 33 Prozent höher als noch vor sechs Wochen.

Der Ölpreis ist fast nicht mehr aufzuhalten. Seit Beginn der Rallye vor 6 Wochen zeigen sich nur sehr vage Ansätze einer Konsolidierung. Das ist ein starkes Signal. Bevor es zu einer Konsolidierung kommt geht es wahrscheinlich noch einmal 10% höher. Das heutige Kursplus von über 3% bei WTI ist auf die neusten Daten der US Lagerbestände zurückzuführen. Die Lagerbestände wachsen noch immer an, allerdings deutlich langsamer. Das wird als Signal für ein baldiges Ende des immer weiter steigenden Überangebots gesehen.

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Der Lagerbestand ist inzwischen auf 490 Mio. Barrel gestiegen. Das ist ein Drittel mehr als noch vor einem guten halben Jahr. Im Vergleich zu den Vorjahren und sogar zur gesamten Historie ist dieser Anstieg der Lagerbestände einmalig. Anleger hat das tief verunsichert. Es musste zwischenzeitlich befürchtet werden, dass die Lager Ende 2015 komplett gefüllt sein würden. Davon ist inzwischen nicht mehr auszugehen. Das Wachstum der Lagerbestände schwächt sich ab. Das hat übrigens noch nichts mit einem sinkenden Angebot zu tun. Die Lagerbestände steigen im ersten Quartal eines jeden Jahres für gewöhnlich stark an. Das liegt an der Wartung vieler Raffinerien weltweit. Es wird dadurch weniger Öl von Raffinerien verarbeitet. Die Produktion steht in dieser Zeit nicht still. Das Öl muss in dieser Zeit gelagert werden. Jetzt, im Frühling, nehmen die meisten Raffinerien ihre Tätigkeit wieder auf. Die Verarbeitungskapazität steigt schnell an.

Der Lagerbestand sollte in den kommenden Wochen nicht mehr steigen oder sogar leicht fallen. Anleger werden das positiv sehen. Über das Überangebot sagt das noch nichts aus. Der Rückgang in den kommenden Wochen ist allein auf die erhöhte Aktivität der Raffinerien zurückzuführen und nicht auf ein sinkendes Angebot. Die Lagerbestände werden sehr genau beobachtet und bestimmen den Ölpreis mit. Viel wichtiger als der saisonal abhängige Lagerbestand ist jedoch das Angebot. Hier ist in den kommenden Wochen noch nicht mit einem Rückgang zu rechnen. Nichtsdestotrotz hat der Ölpreis seine Trendrichtung geändert. Das war auch 2009 so. Die Parallelen werden immer offensichtlicher.

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Das Tempo der Ölpreisrallye wird nicht mehr lange gehalten werden. Ab einem WTI Preis von 60 USD muss man mit einem Pullback zum Ausbruchslevel bei 55 USD gerechnet werden.

Autor: Clemens Schmale, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader.de.

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