Twitter: Eingedampfte Kursziele bieten weiter Potenzial

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Bildquelle: Pressefoto Twitter

Der Kurznachrichtendienst Twitter (WKN A1W6XZ) hat mit der nicht selbstverschuldeten, vorzeitigen Veröffentlichung seiner Quartalszahlen gestern für erhebliche Unruhe am US-Markt gesorgt. Entscheidend war jedoch weniger der Zeitpunkt, als vielmehr der Inhalt, der viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischte. In der Folge der Zahlen reagierten viele Analysten heute erbarmungslos und dampften ihre Kursziele ein.

Alles in allem hat die gestrige Bilanzvorlage das Zeug dazu in die Geschichtsbücher einzugehen. Infolge der Unsicherheit über die verpatzte Zahlenveröffentlichung brach die Twitter-Aktie in der Spitze um 24 Prozent ein. Auch einen knappen Tag später sieht das Bild nicht weniger katastrophal aus. Twitter-Aktionäre stehen nun angesichts eines Kurseinbruchs um ein Fünftel vor einem Scherbenhaufen. Daher zunächst ein Blick auf die Zahlen:

Der Umsatz stieg zwar um 74 Prozent auf 436 Mio. US-Dollar, verfehlte damit jedoch die Erwartungen der Analysten (456 Mio. US-Dollar) deutlich. Der bereinigte Gewinn belief sich auf 7 Cents gegenüber erwarteten 4 Cents. Das gemeldete Ergebnis sah nicht ganz so rosig aus. Der Verlust wurde von 132,4 Mio. US-Dollar auf 162 Mio. US-Dollar ausgeweitet. Soweit, so durchwachsen. Richtig enttäuschend fiel dagegen der Ausblick aus.

Twitter erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz von 470 bis 485 Mio. US-Dollar, womit man deutlich unter den Schätzung von 538 Mio. US-Dollar liegen. Für das Gesamtjahr liegen die Twitter-Schätzungen nun bei einem Umsatz von 2,17 bis 2,27 Mrd. US-Dollar (zuvor 2,3 bis 2,35 Mrd. US-Dollar). Die bisherigen Erwartungen hatten hier bei 2,36 Mrd. US-Dollar gelegen. Alles in allem wird damit deutlich, dass Twitter Schwierigkeiten hat, die Monetarisierung durch Werbung wirklich zu forcieren. Hinzukommt eine langsamer wachsende Twitter-Nutzerbasis. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg im letzten Quartal um 18 Prozent auf 302 Millionen, nachdem sie zuvor um 20 Prozent gewachsen ist.

Infolge der schwachen Zahlen reagierten viele Analysten eindeutig und senkten vielfach den Daumen über Twitter. Besonders herbe fiel das Downgrade bei Barclays und Axiom aus. Während Barclays die Twitter-Aktie von „Overweight“ auf „Equal-Weight“ herabstufte, wurde das Kursziel von 60 auf nun noch 44 US-Dollar reduziert. Bei Axiom ging es von „Buy“ auf „Hold“ herab, wobei das Kursziel von 63 auf 45 US-Dollar reduziert wurde.

Auch viele andere Analysten reagierten mit kräftigen Kurszielsenkungen:
– Stifel Nicolaus: 36 US-Dollar (bisher: 38 US-Dollar)
– Wedbush: 40 US-Dollar (bisher: 50 US-Dollar)
– Wunderlich Securities: 40 US-Dollar (bisher: 50 US-Dollar)
– Wells Fargo: 42-44 US-Dollar (bisher: 48-50 US-Dollar)
– RBC Capital Markets: 47 US-Dollar (bisher: 54 US-Dollar)
– Pivotal Research Group: 50 US-Dollar (bisher: 54 US-Dollar)
– Pacific Crest: 52 US-Dollar (bisher: 63 US-Dollar)
– Brean Capital: 55 US-Dollar (bisher: 61 US-Dollar)
– JP Morgan: 55 US-Dollar (bisher: 67 US-Dollar)

Quelle: Guidants Aktien-Analysen
Quelle: Guidants Aktien-Analysen

Tech-Werte haben die Eigenheit, dass sie zu übertriebenen Kursreaktionen neigen. Wer damit nicht zurecht kommt, sollte sich eine langweiligere Branche suchen. Für Altaktionäre ist der Kursrutsch natürlich übel. Doch Twitter hat die Chance das verloreren Terrain wieder wett zu machen. Denn: Twitter wächst weiter, wenn auch langsamer. Durch eine Zusammenarbeit mit der Google-Sparte Doubleclick besteht zudem die Chance, dass das Werbegeschäft doch noch an Fahrt gewinnt. Hinzu kommt: Die Aktie ist nun optisch deutlich billiger und kann bisher kritische Anleger anziehen. Eine Gegenreaktion könnte also durchaus über kurz oder lang zurück zu alten Kurshöhen führen. Wer optimistisch ist und gehebelt auf steigende Kurse der Twitter-Aktie setzen möchte, könnte das Produkt mit der WKN DG1L6F ins Auge fassen.

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Bildquelle: Pressefoto Twitter


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